NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur besuchte Leuchtenhersteller „Briloner“

artikelbild regionalesMeschede. Licht an! Die Lampe leuchtet. So weit, so gut. Dass inzwischen viele Lampen aus Meschede stammen, haben nur wenige auf dem Schirm. Zwar ist die Marke „Briloner“ vielen beim Lampen-Kauf schon mal begegnet. Aber dass sich die Marke auch hinter zahlreichen Produkten bei Aldi, Lidl, Action, Jysk oder in Online-Shops verbirgt, wissen nur die wenigsten.

Das mittelständische Familienunternehmen ist eine große Nummer auf dem Markt – und war auch deshalb eine der Adressen, die NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur in dieser Woche besucht hat. Denn trotz der großen Verbreitung der Leuchten auf dem deutschsprachigen und europäischen Markt, hat der Betrieb mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, die auch andere Mittelständler in Südwestfalen beschäftigen.

Innovation als Antwort auf die Krise

Besonders die schwache Baukonjunktur mache sich bemerkbar. Neue Wohnungen entstehen deutlich seltener, Umzüge werden verschoben und Investitionen zurückgestellt. Dies wirke sich unmittelbar auf den Absatz von Wohnraumleuchten aus.

„Die Menschen suchen heute häufiger nach Ersatzleuchten als nach neuen Designleuchten“, schilderte Wolf Hustadt, geschäftsführender Gesellschafter bei Briloner. Besonders das mittlere Preissegment sei nahezu weggebrochen.

Konkurrenz aus China verschärft den Druck

Hinzu kämen der bürokratische Aufwand und damit der zusätzliche Aufwand für Dokumentationen und Nachweise – vor allem im Vergleich zur Konkurrenz aus China und Co. „Europäische Hersteller müssen umfangreiche gesetzliche Vorgaben erfüllen, während die Kontrolle importierter Produkte aus Fernost aus Sicht vieler Unternehmen nicht immer im gleichen Umfang erfolge“, hieß es auf dem Pressetermin.

Wachstum trotz schwieriger Faktoren

Wie begegnet „Briloner“ diesen Rahmenbedingungen? Vor allem mit Digitalisierung, Automatisierung, datenbasierten Entscheidungen und Innovationskraft. Jährlich entwickle Briloner rund 550 bis 600 neue Produkte. Moderne Akku- und Solarleuchten spielen eine immer größere Rolle. Ein besonders erfolgreiches Modell wurde mit dem German Design Award ausgezeichnet. Dabei gehe es längst vor allem um technische Anforderungen, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Alle Leuchten werden – anders als der Name vermuten lässt – nicht in Brilon, sondern in Meschede entworfen und entwickelt. Der Umzug an den neuen Standort habe sich als richtige Entscheidung erwiesen: Bessere Verkehrsanbindung, moderne Arbeitsplätze und kurze Wege hätten die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Gefertigt werden die Leuchten weiterhin bei langjährigen Produktionspartnern in Asien.

Die Botschaft an die Politik war in dieser Woche eindeutig: Damit mittelständische Unternehmen ihre Innovationskraft entfalten können, brauche es weniger bürokratische Hürden, mehr Planungssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen Konkurrenten. Gerade darin sehen die Verantwortlichen eine Voraussetzung dafür, dass der industrielle Mittelstand in Südwestfalen auch künftig erfolgreich bleibt.

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Ein Rundgang durch den Showroom von Briloner war Pflicht.

Foto: Christine Futter