24. „Runder Tisch Willkommen in Südwestfalen“

artikelbild regionalesSiegen. Wie können internationale Fachkräfte, Auszubildende und Studierende langfristig für Südwestfalen gewonnen werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 24. Runden Tischs „Willkommen in Südwestfalen“ in Siegen. Zahlreiche kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing diskutierten gemeinsam über Chancen, Herausforderungen und neue Ansätze zur Fachkräftegewinnung in der Region. Die Teilnehmenden nahmen konkrete Impulse für die eigene Arbeit mit und sprachen sich dafür aus, Formate wie den Runden Tisch künftig weiter auszubauen.

Der Runde Tisch findet zweimal jährlich an wechselnden Orten in der Region statt und wird durch das Regionalmarketing der Südwestfalen Agentur GmbH organisiert. Im Fokus dieses Mal: Das Projekt „Arbeitgeberschmiede Südwestfalen“. Projektleiterin Saskia Haardt-Cerff zeigte anhand der Online-Plattform www.arbeitbegerschmiede-swf.com die vielen kostenfreien Angebote auf, mit dem Unternehmen ihre Arbeitgeberattraktivität und Sichtbarkeit im Wettbewerb um Fachkräfte steigern können. Neuestes Projekt: das Azubi-Sommerhaus Südwestfalen. Bei dem Social-Media-Format ziehen zwölf Azubis vom 15. – 19. Juni 2026 in ein Haus am Biggesee. Sie zeigen Südwestfalen als Top-Arbeitgeber-Region und stellen dabei das Thema Ausbildung in den Vordergrund.

Marie Ting, Leiterin des Regionalmarketings bei der Südwestfalen Agentur, sagte, dass das Folge-Projekt „Arbeitgeberschmiede Südwestfalen PLUS – Global Connect“ parallel anlaufe. Erstmals würden regionale Kräfte für den Aufbau und die Verstetigung eines gesamtregionalen Netzwerks zur internationalen Fachkräftegewinnung gebündelt. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen profitieren.

Tristan Vitt, Bürgermeister der Universitätsstadt Siegen, betonte im anschließenden Gespräch, dass die Fachkräftesicherung in der Region ebenso wie das Regionalmarketing zentrales Zukunftsthema seien: Südwestfalen müsse noch attraktiver für Studierende und qualifizierte Fachkräfte werden und seine Sichtbarkeit weiter überregional stärken.

Internationale Pflegeschule in Siegen als erfolgreiches Vorreiter-Projekt

Einen zentralen Impuls beim „Runden Tisch“ zum Thema „internationale Fachkräfte“ lieferte Alexandra Schneider-Joppich. Die Koordinatorin der Internationalen Pflegeschule Siegen des Kreises Siegen-Wittgenstein zeigt mit gemeinsam mit Leiter Uwe Mayenschein auf, wie in einem Modellprojekt seit 2023 gezielt internationale Pflegeauszubildende für die Region gewonnen werde. Mehr als 2.800 Bewerbungen aus dem Ausland sind bislang eingegangen, aktuell nehmen über 100 Auszubildende aus 17 Nationen am Programm teil. Besonders bemerkenswert sei dabei die geringe Abbruchquote. Gleichzeitig wurde deutlich, wie aufwendig die Begleitung der internationalen Auszubildenden ist, von Visumsfragen über Sprachförderung bis hin zur Wohnungssuche. Im Vortrag fiel dazu der prägnante Satz: „Willkommenskultur ist keine nette Haltung. Willkommenskultur ist organisierte Verlässlichkeit.“

Anschließend machte Kim Hain vom International Office der Universität Siegen deutlich, welche Bedeutung internationale Studierende für die Zukunft der Region haben. Im Rahmen des Projekts FIT (Forging International Talents) werden die mehr als 1.600 internationale Studierenden der Uni Siegen gezielt beim Einstieg in den regionalen Arbeitsmarkt unterstützt.

Im offenen Diskurs tauschten sich die Teilnehmenden zu zahlreichen weiteren Themen aus, darunter die Attraktivierung von Innenstädten, digitale Stadtgutscheine zur Belebung des lokalen Einzelhandels, Weihnachtsmärkte sowie neue Ideen zur Fachkräfte- und Nachwuchsgewinnung. Besonders geschätzt wurde dabei der offene Austausch auf Augenhöhe. Der nächste Runde Tisch findet am 7. Oktober 2026 in Arnsberg statt.

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Austausch, Vernetzung und neue Impulse standen beim 24. Runden Tisch „Willkommen in Südwestfalen“ in Siegen im Mittelpunkt.

Foto: Südwestfalen Agentur GmbH