Die Linke im HSK: Frauenhaus und Frauenberatung stärken

artikelbild regionalesHochsauerland. Wenn eine Frau im Hochsauerlandkreis mit ihren Kindern Schutz sucht, entscheidet sich ihre Situation nicht in politischen Debatten, sondern daran, ob vor Ort ein Platz frei ist und Beratung und Hilfe sofort greift. Mit seiner Entscheidung vom 27. März 2026 hat der Kreistag des Hochsauerlandkreises notwendige Schritte zur Stärkung von Frauenhaus und Frauenberatung nicht vorangebracht.

Die Kreistagsgruppe Die Linke hatte beantragt, Frauenhaus und Frauenberatung im Hochsauerlandkreis strukturell zu stärken. Neben diesem Antrag wurden weitere Vorschläge zur finanziellen Absicherung der Frauenberatung mehrheitlich abgelehnt, obwohl der Handlungsbedarf aus mehreren Richtungen klar erkannt und benannt war.

Die Entscheidung geht damit über die Ablehnung eines einzelnen Antrags hinaus. Sie schließt jede zusätzliche Stabilisierung der bestehenden Hilfsangebote aus.

Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung zeigt die Tragweite. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik Nordrhein-Westfalen 2025 wurden 61.899 Fälle häuslicher Gewalt registriert, mit 67.508 Betroffenen, davon über 71 Prozent Frauen.

Der Hochsauerlandkreis ist Teil dieser Entwicklung und nicht davon ausgenommen. Mit steigenden Fallzahlen wächst der Bedarf an Schutzplätzen, Beratung und schneller Hilfe vor Ort.

Das Frauenhaus Arnsberg mit seinen 12 Plätzen, musste nach eigenen Angaben, in diesem Jahr bereits 16 Frauen abweisen weil kein Platz verfügbar war.

„Hilfe muss dann greifen, wenn sie gebraucht wird – nicht erst, wenn die Folgen bereits eingetreten sind.“

Fachlich ist klar belegt: Frühzeitige Unterstützung und stabile Strukturen verhindern Eskalationen, wirken nachhaltiger als spätere Krisenintervention und reduzieren zugleich langfristig die Folgekosten für öffentliche Systeme erheblich.

Der Antrag der Linken setzte genau hier an. Ziel war eine nachhaltige Stärkung der bestehenden Strukturen, eine verlässliche finanzielle Absicherung sowie eine bessere Koordination und Weiterentwicklung der Angebote vor Ort.

Im Mittelpunkt stand keine Ausweitung des Haushalts, sondern eine andere Prioritätensetzung innerhalb vorhandener Mittel.

Vorhandene Spielräume wurden im Kreistag selbst sichtbar genutzt. Im selben Haushalt beschloss die Mehrheit zusätzliche Stellen sowie neue Verwaltungsstrukturen, darunter die Stelle „Strategische Steuerung“ mit unmittelbarer Zuordnung zum Landrat.

Parallel dazu fließen Mittel in Bereiche wie Regionalmarketing und Außendarstellung. z.B. ein Sponsorenvertrag für eine Ballonhülle

Die zentrale Frage lautet daher: Wofür werden vorhandene Mittel eingesetzt?

Es fehlt nicht an Mitteln. Es fehlt an der Entscheidung, sie dort einzusetzen, wo sie unmittelbar Schutz für Frauen und Kinder ermöglichen.

Hinweise auf fehlende Entscheidungsgrundlagen greifen nicht. Der Hochsauerlandkreis benennt selbst das Frauenhaus Arnsberg sowie die Beratungsstellen in Arnsberg und Meschede als zentrale Bestandteile der Unterstützung.

Auch die politische Entwicklung ist eindeutig. Das Gewalthilfegesetz schafft einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder ab dem Jahr 2032.

Wer unter diesen Voraussetzungen keine Stärkung vornimmt, entscheidet nicht im Unklaren, sondern gegen eine Priorisierung des Schutzes vor Ort.

„Für Betroffene macht es keinen Unterschied, warum Hilfe fehlt – nur, ob sie da ist, wenn sie benötigt wird“

Für Die Linke ist deshalb klar:

Gewalt an Frauen ist kein Randthema und keine Frage parteipolitischer Symbolik. Frauenhaus und Frauenberatung sind konkrete Hilfe in akuten Notlagen und Ausdruck öffentlicher Verantwortung.

„Der Schutz von Frauen und Kindern ist keine freiwillige Leistung. Er ist eine grundlegende gesellschaftliche Verpflichtung. Geld war anscheinend vorhanden – es wurde nur anders eingesetzt.“

Die Kreistagsgruppe Die Linke wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Frauenhaus und Frauenberatung im Hochsauerlandkreis die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

(Die Mitteilung bezieht sich auf die Kreistagssitzung vom 27.03.2026 und die dort getroffene Entscheidung im Bereich Frauenhaus und Frauenberatung im Hochsauerlandkreis.)