Südwestfalen: Vielfältige Formen von Wohnen und Arbeiten als Zukunftsthema

artikelbild regionalesHalver. Wie wollen Menschen in Zukunft in Südwestfalen leben und arbeiten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Fachkonferenz „Vielfalt Wohnen und Arbeiten – ein Zukunftsthema für Südwestfalen“, zu der die Südwestfalen Agentur im Rahmen der REGIONALE 2025 in den Kulturbahnhof Halver eingeladen hatte. Rund 60 Vertreter:innen aus Kommunen, Wirtschaft, Wohnungswirtschaft, Politik und Planung nutzten die Gelegenheit, um Perspektiven für die Region zu diskutieren und zahlreiche Beispiele aus der Region kennenzulernen. Die Fachkonferenz bildete auch den Abschluss der Zukunftsdialoge „Wohnen und Arbeiten“. Über vier Jahre hatte die Agentur gemeinsam mit den südwestfälischen Volksbanken die Veranstaltungsreihe durchgeführt – und das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln aufgegriffen.

„Wir merken in Gesprächen mit den Kommunen und den Unternehmen, wie wichtig das Thema Wohnen und Arbeiten für die Zukunft der Region ist“, sagte Dr. Stephanie Arens, Leiterin der REGIONALE 2025 bei der Südwestfalen Agentur, in der Talkrunde zu Beginn mit Markus Stottmeyer (Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen eG), Hubertus Winterberg (Südwestfalen Agentur) sowie Prof. Dr. Ursula Stein (Stein Stadt- und Regionalplanung). Die vergangenen Zukunftsdialoge im Rahmen der REGIONALE 2025 hätten die Herausforderungen und Chancen für Südwestfalen aufgezeigt. Es werde immer wichtiger, abseits der klassischen Einfamilienhäuser alternative Wohnangebote anbieten zu können. „Es braucht Junges-Wohnen, Azubi-Wohnen, Mitarbeitenden-Wohnen, Bildungsorte und Orte in den Kommunen, die Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden und damit ein attraktives Lebensumfeld schaffen“, so Arens.

Solche Orte entstehen bereits in der Region: Im Rahmen der REGIONALE 2025 werden unter anderem das TUMO-Lernzentrum für Jugendliche in Lüdenscheid, und das Kreativ.Quartier.Wippermann in Halver umgesetzt. Diese beiden Projekte sowie die zum Dritten Ort „8Giebel” umfunktionierte Kreuzkirche in Schalksmühle konnten Interessierte bereits im Vorfeld der Fachkonferenz im Rahmen einer Entdeckertour durch den Märkischen Kreis kennenlernen.

Von Kreuztal bis Lippstadt: Verantwortliche stellen Beispiele aus der Region vor

Auf der Fachkonferenz selbst stellten Vertreter:innen aus Kommunen und Planung in Kurzpräsentationen neue Ansätze für Wohnen und Arbeiten vor. Halvers Bürgermeister Armin Kibbert hob das Coworking im Kreativ.Quartier.Wippermann hervor, Drolshagens Bürgermeister Ulrich Berghof zeigte auf, wie die Stadt gemeinsam mit den Bürger:innen mit dem „Masterplan Drei Höfe in Drolshagen“ eine Grundlage für ein neues genossenschaftliches Quartier erarbeitet hat. Architekt Norbert Sonntag gab Einblicke in die Wohnprojekte „Krombacher Wohnen und Young Living“ der Krombacher Brauerei. Heinrich Horstmann von der Stadt Lippstadt zeigte den Baufortschritt des „Quartier Südliche Altstadt (QSA)“ in Lippstadt. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs wird ein neues Stadthaus als wesentlicher Impulsgeber für die Quartiersentwicklung, aber auch für New-Work-Ansätze in der Verwaltung errichtet. Ergänzt wird es um einen Quartierplatz und ein sogenanntes MobilitätsHub. Martin Kramme von der Stadt Warstein stellte das Projekt „waester.wohnen.warstein“ vor. In einem nachhaltig errichteten Gebäude entsteht generationsübergreifendes „Wohnen für Alle“ und ein Quartierstreffpunkt. Beide REGIONALE-Projekte sind weitere Beispiele für innovative Quartiers- und Wohnkonzepte in Südwestfalen.

Vortrag von Zukunftsforscherin – Perspektiven für die Region

Einen Blick nach vorne richtete Zukunftsforscherin Doris Sibum, Partnerin beim Hamburger Büro urbanista. In ihrem Vortrag „Übermorgen in Südwestfalen: Inbegriff für gutes Leben, Arbeiten und Erholen“ zeigte sie auf, wie sich Arbeitswelten, Mobilität und Wohnformen verändern und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für ländlich geprägte Regionen wie Südwestfalen ergeben.

Genau um jene Perspektiven ging es in der Abschlussrunde mit Vertreter:innen aus Wirtschaft, Kommunen und Landespolitik. Dafür kamen Benjamin Hill (ensun aus Siegen), Marlene Krippendorf (Stadt Siegen), Christoph van Gemmeren (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW) sowie Astrid Müller (Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW) und Doris Sibum mit Moderatorin Ursula Stein ins Gespräch. Ergebnis: Wohnen und Arbeiten ist ein echtes Zukunftsthema für Südwestfalen und sollte intensiv weiterverfolgt werden.

Broschüre fasst Erkenntnisse zusammen – Weiterarbeit am Thema

„Wir sind noch nicht fertig als Region“, sagte Hubertus Winterberg. Wohnen und Arbeiten sei ein wichtiger Bestandteil des Handlungskonzepts Südwestfalen 2040, das gerade entsteht und bis Sommer fertig sein soll.

Wer nicht so lange warten und sich mit dem Thema beschäftigen will: zum Abschluss der Zukunftsdialoge im Rahmen der REGIONALE 2025 hat die Südwestfalen Agentur eine Broschüre zum Thema „Wohnen und Arbeiten“ veröffentlicht. Sie fasst die Zukunftsdialoge, gute Beispiele und erste Erkenntnisse zusammen. Die Broschüre „Vielfalt Wohnen und Arbeiten“ gibt es jetzt in unserem Südwestfalenshop unter www.suedwestfalen-shop.com

Die REGIONALE 2025 ist ein Strukturprogramm des Landes NRW. Sie wird aus Mitteln der Städtebauförderung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

SWF Zukunftsthema26

v.l.n.r. Prof. Dr. Ursula Stein (Stein Stadt- und Regionalplanung), Markus Stottmeyer (Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen eG), Hubertus Winterberg und Dr. Stephanie Arens (Südwestfalen Agentur) begrüßten rund 60 Teilnehmende bei der Fachkonferenz "Vielfalt Wohnen und Arbeiten" im Kulturbahnhof in Halver.

Foto: Udo Geisler