Besucherbergwerk Ramsbeck wird für einen Euro verkauft

artikelbild regionalesBestwig. In Ramsbeck bietet das Besucherbergwerk eine faszinierende Reise in die Vergangenheit des Erzabbaus. Auf zwölf Ebenen, die sich sowohl über als auch unter dem Grundwasserspiegel erstrecken, können Besucher die Geschichte des Bergbaus hautnah erleben. Um die Zukunft dieses beliebten Ausflugsziels, das jährlich etwa 50.000 Menschen anzieht, zu sichern, soll das Museum für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden.

Besucherbergwerk Bestwig-Ramsbeck soll ab Juli 2025 zum LWL gehören

Ab dem 1. Juli 2025 wird das Besucherbergwerk Bestwig-Ramsbeck, eines der meistbesuchten Museen in Südwestfalen, unter dem Namen „LWL-Museum Erzbergwerk Ramsbeck“ vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) übernommen. Im Kaufpreis inbegriffen sind alle ober- und unterirdischen Einrichtungen, einschließlich des Grubenfeldes Ramsbeck 1 und der 20 Mitarbeiter, wie die Gemeinde Bestwig mitteilt. Die Zustimmung des Kreistags und des LWL-Landschaftsausschusses wird als sicher angesehen.

Hinter dem symbolischen Verkaufspreis des Besucherbergwerks verbirgt sich jedoch ein umfangreiches Investitionsprogramm. Das denkmalgeschützte Museum muss renoviert werden, was nach Schätzungen der Gemeinde rund 12,8 Millionen Euro kosten wird. Darüber hinaus ist ein zweistöckiger Anbau für Ausstellungen, museumspädagogische Zwecke und Verwaltung notwendig, der weitere 8,3 Millionen Euro kosten wird. Zusätzlich werden zwei Millionen Euro für eine notwendige Neuausrichtung des Museums benötigt. Für diese Kosten plant die Museumsleiterin, Friederica Ihling, Fördermittel und Drittmittel von Land und Bund zu beantragen.

Der LWL wird voraussichtlich jährlich etwa 1,1 Millionen Euro in das Besucherbergwerk investieren. Die bisherigen Gesellschafter, der Hochsauerlandkreis und die Gemeinde Bestwig, werden sich mit insgesamt 500.000 Euro pro Jahr an den Betriebskosten beteiligen. Dadurch könnte das Besucherbergwerk, das erst im April dieses Jahres seinen 50. Geburtstag feierte, zu einem modernen Industriemuseum umgestaltet werden.

Bürgermeister von Bestwig und LWL-Direktor sehen Verkauf als große Chance

Ralf Péus, Bürgermeister von Bestwig, unterstützt den Verkaufsentscheid und sieht darin eine große Chance: „Das ist eine riesengroße Chance für uns“, so Péus in einer Mitteilung der Gemeinde Bestwig. Er glaubt, dass die Aufnahme in den Verbund der LWL-Museen für die Zukunft des Museums „einen Quantensprung bedeuten“ könnte. Auch Dr. Georg Lunemann, Direktor des LWL, betrachtet das Besucherbergwerk als eine wertvolle Ergänzung der LWL-Museen.

Der LWL betreibt insgesamt 18 Museen und zwei Besucherzentren, die das kulturelle Erbe von Westfalen-Lippe bewahren. Dazu zählen beispielsweise das Freilichtmuseum in Hagen, die Zeche Zollern in Dortmund und das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop.

Besucherbergwerk Bestwig-Ramsbeck ist seit rund 50 Jahren ein Museum

Seit 1850 wurden im Bergwerk Bestwig-Ramsbeck auf einer Strecke von etwa 250 Kilometern 16,7 Millionen Tonnen Blei-Zink-Roherz abgebaut. Von den zwölf Ebenen liegen sieben unter und fünf über dem Grundwasser. Seit etwa 50 Jahren dient das Bergwerk als Museum. Besucher können mit Schutzkleidung und einem Grubenhelm ausgestattet eine Fahrt in den Eickhoffstollen unternehmen. Das Besucherbergwerk beherbergt auch ein Restaurant mit einem einzigartigen Ambiente.