Das Briloner Stadtmuseum am Marktplatz verbindet historische Substanz mit einem modernen Anspruch. Dass das Haus stets am Puls der Zeit bleibt, ist dem Engagement des Museumsteams und zahlreicher Unterstützer zu verdanken. Für das Projekt „Fit für die Zukunft“ erhielt das Museum am Donnerstag einen Förderbescheid in Höhe von 116.146,01 Euro. Überreicht wurde dieser von Regierungspräsident Heinrich Böckelühr.
„Das aktuelle Projekt beinhaltet den Austausch der alten Fenster, Instandsetzung der Außentreppe an der Remise sowie die Renovierung der Kellerwände“, erklärt Winfried Dickel, ein Urgestein des Briloner Heimatmuseums: „Dazu kommen aber auch Maßnahmen zur weiteren Digitalisierung unseres Equipments.“ Besonders wichtig sei ihm dabei ein Hinweis: „Alle anfallenden Arbeiten werden von heimischen Handwerksbetrieben ausgeführt.“
Mit einer derart schnellen positiven Nachricht hatte zuvor kaum jemand gerechnet. Erst vor wenigen Wochen hatte Winfried Dickel den Regierungspräsidenten bei dessen Besuch in Brilon auf das Vorhaben angesprochen. „Ich erinnere gerne daran, dass Sie erst vor drei Wochen auf Einladung unseres Bürgermeisters Dr. Christof Bartsch anlässlich Ihrer Städtebereisung hier in unserem Museum gewesen sind“, richtete Winfried Dickel in seiner Begrüßung seine Worte an Heinrich Böckelühr: „Sie sagten damals, dass Sie bei Ministerin Scharrenbach wegen unseres Antrags auf Zuwendung aus dem Modell ‚Heimatzeugnis‘ nachfragen wollen. Sie haben Wort gehalten. Zwei Tage später riefen Sie mich während einer Dienstreise aus Ihrem Auto an und gaben grünes Licht.“ Unter dem Applaus der Gäste fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: „Es war für mich eigentlich unglaublich, obwohl ich schon immer wusste, dass Politiker stets ihr Wort halten.“
Wertschätzend ergänzte Winfried Dickel: „Vielleicht konnten wir punkten, weil Sie ehrenamtliches Engagement schätzen. In Ihrer Heimatstadt Schwerte haben Sie als Vorsitzender der Hans-Hache-Stiftung, des Roten Kreuzes sowie in der Bürgerstiftung ,Mitten in Schwerte‘ und der Rohrmeisterei zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Sie wissen genau, wie das Ehrenamt tickt und wie wichtig Anerkennung ist. Ehrenamt wird nicht bezahlt, weil es unbezahlbar ist. Ehrenamt lebt von Anerkennung. Wir freuen uns auf Ihre Anerkennung.“
Diesen Gedanken griff Regierungspräsident Heinrich Böckelühr auf: „Ich war bei meiner Bereisung begeistert über das, was hier im Museum passiert. Wenn so viel Ehrenamt in einer Stadt ist, tut es gut, so etwas zu fördern.“
Die Freude über den Förderbescheid war Museumsleiter Carsten Schlömer deutlich anzumerken. Die Museumsstiftung Brilon als Trägerin des Projekts „Fit für die Zukunft“ könne nun die nächsten Schritte angehen. Das Vorhaben umfasst Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten am denkmalgeschützten Haus Hövener sowie den Ausbau digitaler Angebote im Museum. Finanziert wird es über das Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ des nordrhein-westfälischen Heimatministeriums. „Wir sind begeistert, dass die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Arnsberg, der Denkmalbehörde und weiteren Partnern und Förderern derart gut war, dass die Förderung möglich wurde. Auch dem Land NRW danken wir herzlich für die Unterstützung.“
Mit mehr als 16.000 Besuchern pro Jahr sei das Museum Haus Hövener ein wichtiger Ort der Begegnung in Brilon. „Fit für die Zukunft muss man sein, denn nur wenn die Orte des Zusammenkommens und des Austausches bestehen bleiben, entsteht ein gesellschaftlicher Miteinander, das zusammenbringt, was zusammengehört“, betonte der Museumsleiter.

Museumsleiter Carsten Schlömer (l.) sprach dem Museumsteam, allen Förderern und Mitstreitern seinen Dank aus. Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Regierungspräsident Heinrich Böckelühr sowie Winfried Dickel (v.r.) halten den unterschriebenen Förderbescheid in den Händen.
Foto: Manfred Eigner
