Brilon. Der Caritasverband Brilon hat am 15. Juli 2026 das 30‑jährige Bestehen des Tagespflegehauses St. Petrus und Andreas gefeiert. In einer warmen und lebendigen Atmosphäre kamen Gäste, Angehörige, Mitarbeitende, Kooperationspartner sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche zusammen, um ein Jubiläum zu würdigen, das weit über ein Datum hinausgeht und ein Stück gelebte Caritas‑Geschichte markiert.
Rückblick auf die Anfänge: Erste Tagespflege im HSK
Heinz‑Georg Eirund, Vorstand des Caritasverbandes Brilon, eröffnete die Veranstaltung und blickte auf die Anfänge der Tagespflege zurück, die 1996 als erste Einrichtung dieser Art im Hochsauerlandkreis startete. Er erinnerte daran, dass die Pionierzeit aus vielen Gründen nicht einfach gewesen sei und dass es gut war, dass der Träger durchgehalten habe, sodass sich die Tagespflege zu einem wichtigen Bestandteil der Pflege entwickeln konnte. Eirund würdigte die langjährige Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die seelsorgliche Begleitung durch die Kirchengemeinden sowie die Arbeit der ehemaligen Leitungen und Wegbegleiter. Besonders hob er hervor, wie viel Leben in den Räumen der Tagespflege stattfindet: „Hier wird gelacht und geweint, gesungen, gebetet und gespielt, hier werden Menschen umarmt, hier werde gelebt in Gemeinschaft und Geselligkeit.“
„30 Jahre voller Menschlichkeit, Fürsorge und gelebter Gemeinschaft“
Pflegedienstleiterin Sandra Wegener brachte in ihrem Beitrag die Haltung der Tagespflege auf den Punkt. Sie sagte: „30 Jahre voller Menschlichkeit, Fürsorge und gelebter Gemeinschaft.“ Dieses Jubiläum erfülle sie mit großer Dankbarkeit und Stolz. Sandra Wegener betonte, wie wichtig die Tagespflege für ältere Menschen und deren Angehörige sei. „Hier wird soziale Isolation durch Gemeinschaft ersetzt, Einsamkeit durch Gespräche und Sorgen durch ein offenes Ohr und eine helfende Hand.“ Ein besonders herzliches Dankeschön richtete sie an ihr Team aus Betreuung, Pflege und Fahrdienst, ohne „euch wäre all dies nicht möglich gewesen“.
Meilensteine aus drei Jahrzehnten
In seiner Rede erinnerte Vorstand Eirund an prägende Entwicklungsschritte der vergangenen Jahrzehnte, wie beispielsweise die Erweiterung auf 16 Plätze sowie die Einführung von Gesprächskreisen für pflegende Angehörige. Das Engagement würdigte auch Hiltrud Schmidt, stellv. Landrätin HSK: „Das Tagespflegehaus St. Petrus und Andreas ist über die Jahre zu einem unverzichtbaren Baustein der regionalen Versorgung geworden.“
Aktuelle Herausforderungen der Pflegepolitik
Auf der Jubiläumsfeier sprach Vorstand Eirund auch aktuelle Herausforderungen an. Die geplanten Reformen in der Pflegeversicherung bedrohten die Zukunft von Tagespflegen, insbesondere der mögliche Wegfall des Zusatzbudgets. Auch mit Blick auf die pflegenden Angehörigen würden die Reformen zu mehr Belastung anstelle Unterstützung führen, die in Anbetracht des drohenden Fachkräftemangels noch fragwürdiger erscheinen. „Noch ist Zeit, den Kurs zu korrigieren. Als Caritasverband werden wir im Sinne der Betroffenen und Angehörigen für bessere Reformpläne einsetzen“, betonte Eirund.

Zum Jubiläum kamen auch die ehemaligen Leitungen des Tagespflegehaus St. Petrus und Andreas in die Gartenstraße: Ramona Ring (l.), Annegret Reinhard (Mitte) und Angelika Steinert (2. V.r.). Gemeinsam mit Sandra Wegener und Vorstand Heinz-Georg Eirund wurden Erinnerungen wach.
Fotos: Caritas Brilon / Sandra Warmers
