Bigge/Olsberg. Ist es sinnvoll, dass in Wohnstraßen die Straßenbeleuchtung nachts durchgehend eingeschaltet bleibt, obwohl niemand auf der Straße ist? – Mit der Untersuchung von so genanntem „bewegungsabhängigem Licht“ auf einer Teststrecke in der Bigger Weststraße kommt die Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) zu einem anderen Ergebnis. „Smarte“ Straßenbeleuchtung könnte damit in Wohnstraßen nicht nur Energie und Kosten sparen, sondern auch Lichtimmissionen reduzieren.
Darüber informierte HSW-Umweltschutztechniker Robin Pohl jetzt die Mitglieder des Ausschusses Planen und Bauen. Er kümmert sich bei der HSW um die Weiterentwicklung der Straßenbeleuchtung in der Stadt Olsberg sowie der Gemeinde Bestwig. Nach einem Pilotversuch in der Straße „Am Schwesternheim“ im Bereich der Olsberger Schulen hat die HSW jetzt untersucht, welche Effekte „bewegungsabhängiges Licht“ in der Straßenbeleuchtung von Wohnstraßen hat – am Beispiel der Weststraße in Bigge.
Insgesamt 14 Leuchtstellen hat die HSW dort mit „smarter“ Beleuchtung ausgestattet, bei der die Leuchten – unter anderen – miteinander kommunizieren. Dabei erkennen die Leuchten Bewegung und erhöhen ihre Lichtleistung dann von 10 Prozent auf bspw. 80 Prozent – und ebenso wird die Nachbarleuchte gesteuert, in deren Richtung die Bewegung erfolgt, erläuterte Robin Pohl. Durch den „Dauerbetrieb“ mit 10 Prozent sei gewährleistet, dass Personen weiterhin sichtbar sind und Orientierung jederzeit möglich ist, so der HSW-Umweltschutztechniker. Nach einer „Haltezeit“ von 90 Sekunden von 80 Prozent Lichtleistung bei Bewegung reduziert die „smarte“ Leuchte anschließend wieder auf 10 Prozent.
Während des Testbetriebs in der Weststraße hat sich der Energieverbrauch der 14 Leuchtstellen um knapp 50 Prozent reduziert, informierte Robin Pohl – und ebenso der Aufwand für die Energiekosten. Die – einmalig zu erbringenden – höheren Investitionskosten amortisieren sich während der Betriebsdauer der Leuchten, die auf 25 Jahre angelegt ist – durch die niedrigeren Verbräuche und ebenso einen geringen Wartungsaufwand. Fazit von Robin Pohl: „Bei vergleichbar zu erwartender Amortisation wird die bewegungsabhängige Lichtsteuerung eingerichtet und betrieben.“
Gleichzeitig gab er einen Überblick über den Umsetzungsstand des Modernisierungs- und Investitionskostenkonzepts für die Straßenbeleuchtung in der Stadt Olsberg. Im Jahr 2021 hatte der Olsberger Stadtrat dieses Konzept beschlossen. Das Ziel: Bis 2030 soll die öffentliche Beleuchtung von Straßen und Wegen komplett auf LED-Technik umgestellt werden. Dabei untersuchen HSW und Stadt Olsberg auch gemeinsam, welche Veränderungen und neuen Möglichkeiten sich durch die technischen Weiterentwicklungen ergeben.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug der LED-Anteil an der Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet knapp 30 Prozent – 615 Leuchtstellen waren mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet. Dabei hat sich der LED-Anteil allein im Jahr 2025 um knapp sechs Prozent erhöht – die Umsetzung des Modernisierungskonzepts nimmt damit weiter Fahrt auf.
