Baumfällungen in Olsberg: Klare Abstimmung

Die Diskussion war in Teilen hitzig und sogar erbittert – das Ergebnis am Ende jedoch deutlich: Die Fällung von insgesamt 27 ortsbildprägenden Bäumen im Stadtgebiet Bäumen aus Gründen der Verkehrssicherheit geht weiter. Zuvor hatte die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen versucht, mit einem Antrag die Fällarbeiten zu stoppen – und damit einen Beschluss des Stadtrates aus dem Dezember 2025 zu kippen.

Hintergrund: In der vorangegangenen Sitzung des Stadtrates hatte das Gremium mit breiter Mehrheit beschlossen, die Bäume mit Standorten überall im Stadtgebiet zu fällen. Die städtischen Baumkontrolleure hatten zuvor festgestellt, dass die Bäume entweder schwere Schädigungen aufweisen oder Bauwerke bedrohen. Im Nachgang hatten die Grünen den Antrag gestellt, diese Arbeiten vorläufig einzustellen. Dazu hatten sie ein Gutachten eines Sachverständigen über einen Baum beigefügt, nach dem diese eine Esche in der Bahnhofstraße – anders als von den städtischen Baumkontrolleuren bewertet – erhalten werden könne.

Die Fällung der Bäume grenze für sie an „Verschwendung von Haushaltsmitteln“, argumentierte Grünen-Fraktionssprecherin Claudia Weigand. Mit dem Gutachten des Sachverständigen gebe es neue Erkenntnisse – und es sei sachlich falsch, dass durch diese – kostenlose – Untersuchung Mehrkosten entstehen. Zudem gehe es nicht um Zweifel an der Qualifikation der städtischen Baumkontrolleure, sondern um Aufklärung.

„Unsere Mitarbeiter verfügen über ausreichende Qualifikationen, um solche Entscheidungen zu treffen“, entgegnete Bürgermeister Patrick Potthoff. Dies werde auch dadurch belegt, dass bislang gefällte Bäume erhebliche Schädigungen aufgewiesen hätten – dies sei durch Fotos dokumentiert. Zu einem weiteren Vorfall kam es am Dienstag, 10. Februar: Am Morgen war im Bereich der Bahnhofstraße eine Weide plötzlich umgestürzt. Personen- und Sachschaden ist dabei glücklicherweise keiner entstanden. Auch diese Weide war von den städtischen Baumkontrolleuren als schadhaft eingestuft und zur Fällung vorgesehen worden. Bürgermeister Patrick Potthoff: „Dies zeigt zum einen den dringenden Handlungsbedarf – und zum anderen, dass unsere städtischen Baumkontrolleure sehr gut wissen, was sie tun.“

Bereits in der Sitzung des Stadtrates hatte Bürgermeister Potthoff darauf hingewiesen, dass das von den Grünen vorgelegte Gutachten für nur einen einzigen Baum gelte – und es weder unterschrieben noch gestempelt sei. Damit habe es keine Rechtsgültigkeit und somit auch keinerlei Verbindlichkeit. Patrick Potthoff: „Das ist keine Grundlage.“

Für die CDU-Fraktion machte deren Vorsitzende Jeannette Friedrich auf einen anderen Aspekt aufmerksam: „Beleidigungen, persönliche Angriffe, Einschüchterungsversuche oder Bedrohungen – egal ob gegenüber Beschäftigten der Stadt, dem Bürgermeister oder externen Auftragnehmern – haben in einer demokratischen Auseinandersetzung keinen Platz.“ Leider sei es in den vergangenen Wochen zu solchen Vorfällen gekommen. Ebenso habe es in der Sache klare Entscheidungen des Rates gegeben: „Demokratische Beschlüsse sind zu akzeptieren, auch wenn sie nicht der eigenen Auffassung entsprechen. Wer versucht, durch fortgesetzte Eskalation, persönlichen Druck oder die Delegitimierung von Verwaltung und Mehrheitsentscheidungen politische Entscheidungen zu erzwingen, stellt das Grundverständnis kommunaler Demokratie infrage.“ Bürgermeister Potthoff bestätigte, dass es Beleidigungen und Bedrohungen gegen ihn persönlich und auch gegen städtische Mitarbeiter gegeben habe – noch am Tag der Ratssitzung per E-Mail.

Steffen Malessa (Bündnis 90 / Die Grünen) distanzierte sich für seine Fraktion „von jeder Form von Bedrohung“ – persönliche Angriffe gegenüber Mitarbeitern, Bürgermeister oder Firmen seien nicht hinnehmbar. „Anfeindungen gehen überhaupt nicht“, betonte auch Stephan Hoevels (SPD / Linke), der Fingerspitzengefühl anmahnte. Im Allgemeinen setze Politik „immer mehr auf Konfrontation – das sollte nicht unser Ansinnen sein.“

Mattias Ernst (CDU) verortete Droh-E-Mails aus dem Umfeld des Sachverständigen – und stellte die Frage, ob dieser wirklich unabhängig sei: „Das Gefühl habe ich nicht.“ Sachlichkeit sei in diesem Vorgehen jedenfalls nicht zu erkennen: „Das ist Ideologie.“ „Diese Diskussion ist kein Ruhmesblatt für die Stadt Olsberg“, bekannte Ferdi Wiegelmann (SPD / Linke), der daran erinnerte, „dass das demokratische Prinzip gilt.“

In der abschließenden geheimen Abstimmung wurde der Grünen-Antrag zum Stopp der Baumfällungen mit 18 Stimmen (2 Enthaltungen, 10 Nein-Stimmen) abgelehnt und somit der Beschluss des Stadtrates aus Dezember 2025 erneut bestätigt.

Baumfaellungen26

Eine Weide ist am Dienstag, 10. Februar 2026, unweit der Bahnhofstraße in Olsberg umgestürzt. Die städtischen Baumkontrolleure hatten diesen Baum zur Fällung vorgesehen. Bürgermeister Potthoff: „Der Vorfall zeigt den dringenden Handlungsbedarf, den es in dieser Sache gibt.“

Foto: Stadt Olsberg