30 Jahre „Brilon natürlich“

Brilon. Heute nicht mehr wegzudenken, denn es gehört einfach zu Brilon und seinen Dörfern: das Ferien- und Freizeitprogramm „Brilon natürlich“. Eine Erfolgsgeschichte, die sich immer weiter entwickelt hat und sich weiterentwickeln wird.

Der Beginn einer nachhaltigen Idee

Alles begann am 11. März 1995 mit einem Tourismus-Workshop unter dem Titel „Brilon 2005“, organisiert und durchgeführt vom damaligen Verkehrsverein Brilon durch Rüdiger Strenger. Zukunftsorientierung war ein Leitthema und die Inhalte lasen sich auf den ersten Blick wie trockene Tagesordnungspunkte: Visions- und Leitbildentwicklung / Stärken-Schwächen-Analyse / Alleinstellungsmerkmale / „Sanfter, nachhaltiger Tourismus“ / Strategiefahrplan für Jahrzehnte – Gründung des Arbeitskreises Natur und Landschaft mit dem Ziel der Vernetzung von Umwelt/Jugendherberge, Forst, Landwirtschaft, Kulturbetrieben und Tourismus. Der Hintergrund war ein pädagogisches Konzept der Jugendherberge und damit verbunden eine Anerkennung als „Umweltstudienplatz“, heute als Umweltjugendherberge bezeichnet. Schon damals wurde zu diesen Themen weit über den Tellerrand hinaus geschaut.

„Der Erdgipfel von Rio 1992, heute als Klimakonferenzen bezeichnet, mit der Agenda 21, zählte mit zu den Leitlinien unseres Handelns“, erinnert sich Friedel Schumacher, Umweltpädagoge und einer der Männer und Frauen der ersten Stunde: „Es gab das Zauberwort ,Sustainable Development‘ mit der Bedeutung nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeit und den Begriff „Global denken – lokal handeln“. Letzteres ist der bekannte und in die Tat umgesetzte Slogan von „Brilon natürlich“.

Das erste Programmheft

Treffend dazu zollt auch der erste Bürger der Hansestadt und Stadt des Waldes, Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, den Erfolgen und dem Engagement des Arbeitskreises „Brilon Natürlich“ sein großes Lob: „Als andere begonnen haben, über Nachhaltigkeit zu reden, wussten wir schon wie es geht.“

Einen Meilenstein bildete 1996 die erste Herausgabe des Programmheftes von „Brilon natürlich“ mit 27 Angeboten in den Sommerferien mit damals fünf Partnerinstitutionen. Der große Zuspruch war Ansporn für alle, diese Erfolgsgeschichte weiter voranzutreiben. „Altbewährtes und neue Ideen bildeten die Inhalte der nachfolgenden Jahresprogramme,“ fasst Friedel Schumacher zusammen. Ein Konzept, das aufgegangen ist: „All unseren Aktionen und Ferienveranstaltungen liegt eine nachhaltige Entwicklung zugrunde, die als Richtschnur dient. Die Vereinten Nationen haben 17 globale Ziele einer nachhaltigen Entwicklung verabschiedet, um kommenden Generationen auf unserer Erde ein friedliches, würdevolles Leben zu sichern. Quasi ein ,Weltzukunftsvertrag‘. Diese Ziele brauchen Taten. Sie fließen beispielgebend mehr und mehr in unsere Veranstaltungen ein. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin unseres Programms soll Aha-Erlebnisse mitnehmen und durch positive Anreize sensibilisiert werden, um selbst dem Klimawandel entgegenzutreten und die Zukunft in die Hand zu nehmen. Unser Motto lautet: ,Mitmachen und selbst aktiv werden‘, damit aus Wissen Handeln wird und zukunftsfähige Verhaltensweisen abgeleitet werden. Die Spanne ist dabei umfangreich. Von der Gesundheitsvorsorge bis hin zur Sicherung heimischer Ökosysteme – im Programm ,Brilon natürlich‘ gibt es jede Menge lebendiger Anregungen zum Selbermachen.“

Ausblick auf 2026

Und das wurde 2025 wieder ausgiebig genutzt. Rund 1200 Teilnehmer haben sich von der jährlich im Frühjahr erscheinenden Broschüre zu den nunmehr 90 Programmangeboten inspiriert gefühlt und an den Veranstaltungen teilgenommen. Wie jedes Jahr war die Nachfrage größer als das Angebot und 327 Interessierte hofften, mit ihrem Wartelistenplatz doch noch dabei sein zu können. Hier erkennen die Aktiven ihre Grenzen, denn ein Leitspruch ist: Qualität vor Quantität hat einen hohen Stellenwert.

Das Programmangebot für 2026 ist so gut wie fertig und wird wie gewohnt im Frühjahr veröffentlicht. So viel kann schon verraten werden: Neben den spannenden Ferienmitmachangeboten steht der 25. Geburtstag des Rothaarsteiges an und der Kunstverein Brilon führt das siebte Offene Atelier durch. „Ein sicherer Weg aus der Klimakrise ist der Bildungsweg,“ unterstreicht Friedel Schumacher: „Kindern gilt es, Liebe zur Natur zu vermitteln, damit sie mit unserer Heimat vertraut werden.“ Das bestätige seit dem ersten Programmheft 1996 das Zitat von Antoine de St. Exupéry aus „Der kleine Prinz“: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

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Rüdiger Strenger (links) sowie Friedel Schumacher (rechts) wissen die Erfolgsgeschichte von „Brilon natürlich“ bei Tobias Klaholz und seinem Team in guten Händen.

Foto: Manfred Eigner