Der Eisenberg – ein Ruhequartier für Fledermäuse

Forscher am Eisenberg

 

Eine Befahrung der besonderen Art erlebten jetzt Max- und Philippstollen am Eisenberg. So begaben sich zwei Experten und drei Mitglieder des AK Bergbau auf die Suche nach den saisonalen Bewohnern des ehemaligen Bergbaus, den Fledermäusen.

Es stand die jährliche Zählung dieser geschützten Arten auf dem Programm. Die Mitglieder des Arbeitskreises – Uwe Diekmann, Ralf Reschwamm und Peter Menke – werden diesen Ausflug nach Untertage nicht so schnell vergessen, da er ihnen völlig neue Bereiche im Inneren des Berges erschloss.

Große Abbaubereiche sowohl oberhalb als auch unterhalb des Stollenniveaus lassen erahnen, welche Anstrengungen die Bergleute damals unternahmen, um den begehrten Rohstoff zutage zu fördern. Nachdem die Zählung im Maxstollen abgeschlossen war – es wurden 116 Fledermäuse gezählt – begaben sich die fünf auf den abenteuerlichen Weg durch den Berg zum Philippstollen.

Dieser Abstieg hatte es in sich! Über gewaltige Verbrüche, steile Schutthalden und kriechend durch enge Stellen ging es quer durch das ehemalige Bergwerk. Eine faszinierende Welt untertage.

 

Fledermaus in Winterruhe

Angekommen im Philippstollen wurden noch 76 weiter Exemplare gezählt. Insgesamt also fast 200 Fledermäuse. Dabei konnten so unterschiedliche Arten wie das Große Mausohr, Bart-, Wasser- und Teichfledermaus beobachtet werden. Den geübten Blicken der Fledermaus-Experten entgingen auch nicht die kleinsten Spalten und Löcher, in denen die Tiere zu finden waren.

Und was sagten die Tiere zu dem ungewohnten Besuch? Während des Winterschlafes registrieren die Tiere alles, was in ihrer Nähe passiert. Es handelt sich also eher um eine „Winterlethargie“.

In dieser Zeit laufen die Lebensfunktionen auf Sparflamme, so fällt der Herzschlag von ca. 600 Schlägen pro Minute auf ungefähr 10 Schläge und die Atemfrequenz geht stark zurück. Der Stoffwechsel der Tiere ist fast ausgeschaltet, so verbrauchen sie nur sehr wenig Energie. Damit sind sie gut in der Lage, diese insektenarme Zeit gut zu überstehen.

Nach dieser etwas anderen, fast fünfstündigen Befahrung des ehemaligen Eisenerzbergwerkes am Eisenberg verließen die Teilnehmer dieser Inventur den Berg und waren froh, endlich wieder das Sonnenlicht zu sehen.

Glück auf!

 

Vor dem Maxstollen


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