EN-Agentur warnt Vermieter von Ferienwohnungen vor Scheckbetrug

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Mr. Anthony Looker und Mr. Coleman aus London planen offenbar erholsame Tage im Ruhrtal, sind auf der Suche nach einer Ferienwohnung und lassen sich die Buchung einer Unterkunft für vier Personen und zehn Tage bestätigen. "Die Vorfreude über diese Vermietung und die damit verbundene Einnahme

von rund 750 Euro war für eine Anbieterin aus Wetter an der Ruhr aber nur von kurzer Dauer", berichtet Birgit Tüselmann, Tourismusfachfrau der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr.

Die Skepsis begann, als sich statt des vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Mietvertrages ein Scheck über 6.800 englische Pfund im Briefkasten fand. Wenige Tage später folgte ein Anruf, der der Vorwahl nach zu urteilen aus Spanien kam. "Gefragt wurde, ob der Scheck denn schon eingetroffen sei. Gleichzeitig wurde die Vermieterin ebenso phantasievoll wie nachdrücklich bedrängt, ihn trotz der zu hohen Summe einzureichen. Mit dem Geld wollten die Gäste Ausflüge und weitere Ausgaben vor Ort bezahlen", so Tüselmann.

Die Wetteranerin blieb misstrauisch, ließ Buchung Buchung und Scheck Scheck sein. "Dies ist in solchen Fällen der einzig richtige Weg und die einzige Möglichkeit, sich vor einem finanziellen Schaden zu schützen", unterstreicht Tüselmann. Wäre der Scheck bei einer Bank eingereicht worden, hätte diese den genannten Betrag zwar dem Konto der Vermieterin gutgeschrieben. Aber, und das sei der Haken: "Unter Vorbehalt". Erfahrungsgemäß folge dann wenige Tage vor dem geplanten Aufenthalt die Stornierung der Buchung. "Häufig wird dafür tränenreich ein Unglück oder ein Todesfall im familiären Umfeld als Grund angegeben", so Tüselmann.

Gleichzeitig werde darum gebeten, das Geld abzüglich entstandener Vermieterunkosten zurück zu überweisen. "Ab hier kann es dann richtig teuer werden", warnt Tüselmann. Die Erfahrung und ein Blick in Polizeiakten zeige: Rund drei Wochen nach der Rücküberweisung melde sich die kontoführende Bank mit der Nachricht, dass der Scheck gefälscht oder nicht gedeckt gewesen sei. Folge: Die unter Vorbehalt gebuchte Gutschrift wird samt erheblicher Storno-Gebühren wieder abgebucht, das Geld ist für die Vermieter verloren. Im Beispielfall immerhin mehr als 8.000 Euro.

Hinter der Masche, die auch im Ennepe-Ruhr-Kreis im Zusammenhang mit der Vermietung von Ferienwohnungen bereits mehrfach beobachtet wurde, stecken international agierende Banden. Da ihre Mitglieder Mails aus Internetcafés absetzen und Telefonate über verzweigte Telefonweiterleitungen führen, sind sie nur schwer oder gar nicht ausfindig zu machen. Tüselmann rät daher: "Kritisch und wachsam sein, niemals einen überhöhten Scheck einlösen und statt dessen den Fall der Polizei übergeben."

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