Chancen der Holzenergie nach Kyrill

Fachtagung im I.D.E.E.

 

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Mit dieser Thematik fand am 15.02.08 eine Fachtagung zu den 7. Ausstellertagen am und im Informations- und Demonstrationszentrum Erneuerbare Energien e.V. (I.D.E.E.) statt. In NRW hatte der Orkan Kyrill im Januar 2007 mehr als 40.000 ha Wald vernichtet.

Hart getroffen war die Region von Südwestfalen mit über 12 Mio. m³ Sturmholz. Bei der Aufarbeitung (inzwischen sind 85% erledigt) sind auch erhebliche Mengen an nicht verwertbaren Hiebsresten angefallen. Das Potential dieser Hölzer für die „Energetische Nutzung“, in Form von Hackschnitzeln für mittlere und große Heizungsanlagen, wird auf einen Energiegehalt von 150 Mio. Liter Öl geschätzt. Karl Metten, Allg. Vertr. d. Bürgermeisters, stellte in der Begrüßung kurz die Stadt Olsberg vor.

Landrat Dr. Karl Schneider betonte, dass für dieses Fachthema I.D.E.E. die ideale Plattform sei. Regierungsvizepräsident Heiko M. Kosow aus Arnsberg sagte, Kyrill habe „sinnvoll“ Holz zum Energieträger gemacht. Martin Bentele, Deutscher Pelletverband, schilderte, wie man z.B. bei der Aufarbeitung des Orkans Lothar bei der Flächenräumung drauf gezahlt habe. Es fehlte noch an Erfahrung, bei der gleichzeitigen Räumung von Rund- und Kronenholz, bei der Vorsortierung und bei der richtigen Zwischenlagerung am Waldweg. Die Nutzung der Holzenergie bekomme in der Zukunft einen noch höheren Stellenwert, da für Heizung und Warmwasser rd. 40% der gesamten Energie benötigt werden.

Die weiteren Referenten der Fachtagung beschäftigten sich u.a. mit den politischen Rahmenbedingungen zur Nutzung der Holzenergie, den Arbeitsverfahren zur Gewinnung und Bereitstellung von Energieholz, Einsatz in geeignete Heizungsanlagen und den Möglichkeiten bei Anbau und Nutzung von Energiehölzern.

 

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Nachstehend einige Zitate:

Dr. F. Püttmann, Landwirtschafts-Ministerium NRW, gab an, dass durch Kyrill noch 1 Mio. Tonnen nutzbare Biomasse vorhanden sei; evtl. ein Angebot an die Energieversorger; Erntemaschinen seien vorhanden. Das Schnittholz von Straßenbäumen solle nicht gehäckselt, sondern über die Mitarbeiter direkt verkauft werden: „Die beste Energie ist die, die nicht gebraucht wird“.

Dr. Florian Zormaier, Bayrische Landesanstalt f. Wald- und Forstwirtschaft: "Der manuelle Aufwand für ein Meter Scheitholz beträgt ca. 6 Std., der Vollautomat benötigt 0,5 Std. Preise in Bayern für Laubholz = 73,00 € und für Nadelholz = 55,00 €."

Marcus Wenzeledis von der Uni Münster warb u.a. für schnell wachsende Hölzer, wie Weiden und Pappeln, aber auch für eine Rückführung der Asche vom Buchenholz. Das Schnittholz der Straßenbäume zur energetischen Nutzung nannte er „Landschaftspflegeholz“.

Carsten Wilke machte treffende Aussagen: "Wird manches richtig betrachtet, dann ist es nicht mehr das Problem, sondern schon die Lösung". Oder: "Förster sind immer Optimisten". Oder: "Es ist gut auf dem Holzweg zu sein." Oder: "Nichts ist stärker als eine I.D.E.E.!"

Stellvertretend ein Wort eines Tagungsteilnehmers, des Herrn von Weichs: „Es gibt mehr Lösungen als man glaubt!“

Zum Schluss der Veranstaltung wurde ein Imbiss gereicht, dann verließen die Tagungsteilnehmer (quer aus der Republik) das „Gastliche Olsberg“.

Übrigens, Kyrill heißt: „Der Herrliche“!

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