Schützen im Sauerland bereiten sich auf Saison vor

Brilon/Meschede/Bestwig/Olsberg. Vogelschießen, Festzüge, Beisammensein – Schützenvereine und Fans der Traditionsveranstaltung können endlich aufatmen. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause stehen die Zeichen für die kommende Schützenfest-Saison gut und es wird wieder gefeiert. Doch wie laufen die Vorbereitungen? Gibt es Änderungen nach der langen Pause oder sogar Probleme? Der SauerlandKurier hat bei einigen heimischen Schützenbruderschaften und -vereinen nachgefragt.
Die Vorbereitungen bei den Schützenbruderschaften in Brilon, Meschede, Bestwig und Olsberg laufen auf Hochtouren. Die Vorfreude ist groß. Wie ist es, nach zweijähriger Pause wieder Schützenfest zu feiern?
Die Schützenfestsaison im Verbreitungsgebiet startet mit dem Hochfest der St. Anna-Schützenbruderschaft 1876 Nuttlar am dritten Mai-Wochenende (21. bis 23. Mai). Die Nuttlarer Schützen sind bereits in Übung. Im September 2021 haben sie ein Festwochenende mit Jubilarehrung, Kaiserschießen und Kinderschützenfest als Ersatz gefeiert. „Insofern erscheint die Pause für die Nuttlarer Schützen nicht ganz so lang“, berichtet Axel Bollermann, Schriftführer der Bruderschaft. „Aber wie jedes Jahr aufs Neue – auch ohne Pandemie – ist die Vorfreude auf ein Schützenfest riesig.“
Auch bei den anderen befragten Schützenvereinen ist die Vorfreude groß – obwohl Ersatzveranstaltungen während der Pandemie stattfinden konnten. Die St. Hubertus-Schützenbruderschaft 1417 Brilon habe zum Beispiel in den vergangenen zwei Jahren immer daran gearbeitet – unter den möglichen Auflagen – die interne Vorstandsarbeit weiter zu betreiben. „Selbst im letzten Jahr wurde ein regelkonformes Platzkonzert mit den üblicherweise beteiligten Musiken an der Schützenhalle in Brilon durchgeführt. Das ist natürlich kein Schützenfestersatz, hilft aber den Funken der Begeisterung am Glühen zu erhalten“, so der Vorstand. „Das Patronatsfest Anfang November letzten Jahres und die erfolgreiche Mitgliederversammlung Ende März 2022 geben berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass das Schützenfest feiern nicht verlernt worden ist.“
Schützenfest im kleinsten Ort des Stadtgebiets Olsberg
Der kleinste Ort des Stadtgebiets Olsberg, Helmeringhausen mit seinen rund 320 Einwohnern, hat sein traditionelles Schützenfest am zweiten August-Wochenende (13 bis 15. August). „Bis dahin freuen wir uns gemeinsam mit unserem Königspaar Lennart Brüggemann und Paula Besse die ,richtige’ Schützenfestsaison mit allem drum und dran nun endlich starten zu können. Die ersten eigenen Veranstaltungen stehen an und wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass diese unter den dann gültigen Bedingungen auch gelingen werden“, berichtet André Freisen, Geschäftsführer von der Schützenbruderschaft St. Hubertus Helmeringhausen,
Wie laufen die Vorbereitungen? Gibt es Probleme?
Die Vorbereitungen laufen bei allen befragten Schützenbruderschaften nach Plan. Allerdings sei es nach zwei Jahren Pandemie-Pause schwer, ein Thekenteam zu bekommen, berichtet Andreas Wrede, Schützenhauptmann von der St. Georgs-Schützenbruderschaft Meschede: „Unser früherer Partner hat über die Pandemiezeit viel Personal verloren und war nicht mehr in der Lage das Fest zu stemmen. Ein weiterer Punkt ist natürlich die Preissteigerung, die sich dann bei den Eintritten und Gelagsbeiträgen (wir feiern ein traditionelles Freibierschützenfest) niederschlagen wird, allerdings wurden diese angepassten Preise von der Generalversammlung bereits genehmigt.“
Zudem bereitet die Suche nach Musikkapellen für die Festzüge den Schützen Sorgen. Neben dem Heimat- und Schützenverein Petersborn-Gudenhagen gestaltet es sich auch für die Schützenbruderschaft Nuttlar bislang sehr schwierig, für den in diesem Jahr deutlich größeren Festzug am Sonntag eine zusätzliche Musikkapelle zu finden.
Gibt es neue Programmpunkte/ Änderungen oder bleibt alles wie vor der Pandemie?
Gemäß dem traditionellen Ablauf feiert die St. Georgs-Schützenbruderschaft Meschede über den Fronleichnamstag vom 15. bis 18. Juni ihr Schützenfest. „In diesem Jahr werden wir auch unser ursprünglich für 2020 geplantes Kaiserschießen nachholen, welches am Samstag vor dem eigentlichen Fest stattfindet“, berichtet Andreas Wrede.
In Brilon steht die Schnade an. „Somit ist die gesamte Stadt auf den Beinen. Wir freuen uns auf die Durchführung eines Schützenfestes nach ,guter alter Tradition’“, so die Briloner Schützenbruderschaft. Der Ablauf des Schützenfestes sei inklusive aller Umzüge, der sonntäglichen Prozession, dem Gedenken der Kriegsopfer und dem Vogelschießen geplant und werde auf den in Kürze aushängenden Plakaten veröffentlicht.
In Nuttlar wird der Sonntagsfestzug aufgrund des 950-jährigen Ortsjubiläums mit mehr Gastvereinen größer gestaltet, deshalb ändere sich auch leicht der Ablauf des Sonntags. Axel Bollermann: „Im Großen und Ganzen bleiben wir jedoch bei dem bislang gewohnten und erfolgreichen Ablauf unseres Schützenfestes.“
Änderungen oder neue Programmpunkte im Festablauf sind ebenfalls bei den Schützen aus Helmeringhausen nicht geplant. „Allerdings sind wir schon immer bemüht gewesen, durch kleine Veränderungen den Ablauf optimal zu gestalten“, erklärt André Freisen. „Es ist ein ständiger Prozess, der gerade jetzt, nach so langer Zeit, durchdacht werden kann und auch sollte. Betrachten wir es als Chance, gemeinsam gestärkt aus der Pandemie heraus zu gehen.“

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