Stadt Olsberg will Holzbauweise prüfen

Die Stadt Olsberg wird bei künftigen Neu- sowie wesentlichen An- und Umbauten städtischer Gebäude grundsätzlich prüfen, ob das Vorhaben auch in Holzbauweise realisiert werden kann. Das haben jetzt – nach einem entsprechenden Antrag der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen - die Mitglieder des Ausschusses Planen und Bauen mit breiter Mehrheit beschlossen.
Die Herstellung von Beton und Ziegeln für die „klassische“ Massivbauweise sei mit hohem Energieaufwand und erheblichen Emissionen von Treibhausgasen verbunden, begründeten die Grünen in ihrem Antrag, in dem sie dazu aufforderten, die Holzbauweise für Vorhaben an städtischen Gebäuden zu priorisieren. Beton und Ziegel hätten daher gegenüber Holz eine deutlich schlechtere Klimabilanz. Der Holzbau habe große technische Fortschritte gemacht – „sogar mehrstöckige Häuser oder sogar auch Feuerwehrhäuser können aus Holz-Konstruktionen errichtet werden“, so Fraktionschef Karl-Heinz Weigand in dem Antrag. Zudem gebe es mit dem „Zentrum Holz“ im Stadtgebiet einen kompetenten Partner.
Eine Priorisierung sieht die Stadtverwaltung allerdings kritisch: Ob im jeweiligen Einzelfall in Holzbauweise gebaut werden könne, bedürfe immer einer Gesamtbetrachtung. Insofern solle es keine Priorisierung, sondern eine Prüfung geben, ob eine Realisierung in Holzbauweise technisch und wirtschaftlich möglich sei. Das wiederum ging Ausschussmitglied Hubertus Canisius (Grüne) nicht weit genug: Er plädierte für den grundsätzlichen Vorzug der Holzrahmenbauweise.
Es gebe mehrere Möglichkeiten, mit Holz zu bauen, wandte Bürgermeister Wolfgang Fischer, selbst Vorsitzender des Informations- und Demonstrationszentrum Holz e.V., ein: „Nur eine Holzbauweise zu favorisieren, wird der Sache nicht gerecht.“ Für die CDU-Fraktion wies Jean-Philippe Franke darauf hin, dass auch die Betonindustrie bis 2045 klimaneutral sein wolle. Zudem regte er eine langfristige Betrachtung an: Über einen Zeitraum von 50 Jahren sei die CO2-Bilanz von Holz- und Massivgebäuden ausgeglichen. Bei Zeiträumen von 80 Jahren verschiebe sich dies aber laut Gutachten zugunsten des Massivbaus: „Dieses liegt unter anderem daran, dass aufgrund der thermischen Eigenschaften Massivwände durch die Speicherung und Abgabe von Wärme rund 6 Prozent weniger Energie benötigen als Häuser in Holzrahmenbauweise.“ Zudem seien Außenwände aus Holz bis zu 20 Prozent teurer als gemauerte Wände. Deshalb sei eine ergebnisoffene Prüfung wichtig.
In jeder Hinsicht werde das Thema Nachhaltigkeit das Handeln von Politik und Verwaltung beschäftigen, unterstrich Bürgermeister Fischer. Dabei müsse stets eine Abwägung erfolgen, was im Einzelfall der passende Weg sei: „Es wäre nicht richtig, generell zu priorisieren.“ Dem folgten auch die Ausschussmitglieder: Bei einer Gegenstimme von Bündnis 90 / Die Grünen beschlossen sie die grundsätzliche Prüfung, ob die Holzbauweise bei Bauvorhaben an städtischen Gebäuden möglich sei.

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