Neues Exponat im Haus Hövener

Brilon. Die Briloner Stadtgeschichte wird auch heute noch weitergeschrieben. Durch Geschichten, Anekdoten und auch Exponate wird sie im Museum Haus Hövener erzählt. Eine ganz besondere von den unzähligen Episoden kann sich an dem neuesten Exponat des Museums nun ablesen lassen. Die Fahne des katholischen Arbeitervereins Brilon ist ein Beweis für die selbstbewusste Arbeiterschaft.
Im Mai 1919 gründete sich der Arbeiterverein auf dem Borberg. Das Ziel des Vereins war es, die Wünsche und Nöte der Arbeiter, die im Eisenbahnbau tätig waren, nach außen zu verkünden und sich für die Arbeiter einzusetzen. Der erste Präses war Propst Dr. Josef Brockhoff und auch die Namen des Vorstandes und der Mitglieder sind manchen Brilonern noch heute wohlbekannt wie etwa Josef Schreckenberg, der erste Fähnrich Bernhard Weber oder auch der Kassenwart Johann Düppe.
Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, brachen auch für den Arbeiterverein schwere Zeiten an. Nur zwei Jahre später wurde die Mitgliedschaft und das aktive Vereinsleben untersagt. Die Fahne versteckten Vereinsmitglieder jedoch im Propsteiturm, bevor sie zerstört werden konnte. Nur diesen umsichtigen Männern ist es zu verdanken, dass sich ein wertvolles Relikt der Vergangenheit aller Bürger Brilons und der 16 Dörfer erhalten hat. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kam die Fahne wieder zum Vorschein, nachdem der Küster sie im Turm fand. Noch für lange Zeit sollte sie während der Prozessionen und öffentlichen Auftritten getragen werden. Erst in den letzten Jahren sah man die Fahne seltener.
Nun ist dieses Relikt der Stadtgeschichte im Museum Haus Hövener untergebracht. Willi Dohle aus Brilon überreichte dem Museum das einmalige Exponat der Stadt- und Vereinsgeschichte. Die Vergangenheit wird so bewahrt. „Die Fahne ist ein Objekt der lebendigen Geschichte unserer Stadt und der Menschen. Sie wird bewahrt werden, konserviert und auch ausgestellt, damit Besucherinnen und Besucher erkennen, dass Vereinskultur schon lange Zeit Teil unserer Identität ist“, fasst Museumsleiter Carsten Schlömer zusammen. „Wir können im Namen des Museums Herrn Dohle nur danken, dass wir nun eine weitere Facette der Geschichte zeigen können.“
Wer genau hinsieht, der erkennt auf der Fahne nicht nur das Wappen der Stadt Brilon, sondern auch die Jahreszahl 1923. Erst drei Jahre nach der Gründung des Vereins war es möglich, eine eigene Fahne zu erstehen. 1923 war dann die Fahnenweihe.

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Einmaliges Exponat der Stadt- und Vereinsgeschichte Brilons: Willi Dohle, ehemaliger Vorsitzender des Arbeitervereins, überreicht die Fahne an Museumsleiter Carsten Schlömer (rechts).
Foto: Museum Haus Hövener

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