Breitbandausbau: Im Olsberger Stadtgebiet „gigabitfähig“

Knapp 72 Prozent aller Haushalte im Olsberger Stadtgebiet werden nach Abschluss der laufenden Förderprogramme „gigabitfähig“ sein; verfügen damit also über mögliche Bandbreiten bis zu 1 Gbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload. Weitere gut 28 Prozent der Gebäude können Bandbreiten von 30 bis 250 Mbit/s nutzen. Darüber informierte Ludger Laufer, „Gigabit-Koordinator“ des HSK, die Mitglieder des Ausschusses Planen und Bauen.
Allerdings: „Wir werden uns auch weiter um einen Glasfaserausbau bemühen müssen“, betont Thomas Rösen, im Olsberger Rathaus verantwortlich für das Thema „Breitband“, „denn die Anforderungen werden steigen.“ Für Kommune und Kreis bleibt dies ein „schwieriges Geschäft“: Gerade im ländlichen Raum ist derzeit der Netzausbau für die Anbieter wirtschaftlich wenig interessant und Förderprogramme sind an strenge Bedingungen geknüpft. Ein Beispiel: Gebiete mit so genannten „HFC-Netzen“ – also Kabelfernsehen – sind nicht förderfähig, weil in diesen Netzen eine Download-Geschwindigkeit bis zu 1000 Mbit/s möglich ist. „Deshalb sollte neben dem geförderten Ausbau im heimischen Raum auch zukünftig auf einen Glasfaser-Eigenausbau von Telekommunikationsunternehmen gesetzt werden“, so Thomas Rösen.
Ludger Laufer gab den Ausschussmitgliedern eine Übersicht, welche „Zufahrten für die Datenautobahn“ im Stadtgebiet bereits bestehen. Über den FTTC-Ausbau der Telekom  - eine Kombination von Glasfaser- und Kupferkabel mit Vectoring-Technik - sind in mehreren Dörfern, in einigen Gewerbegebieten und in dem Nahbereich des Olsberger Ortskerns – je nach Lage – Bandbreiten von 30 bis 250 Mbit/s möglich. Für den FTTC-Ausbau von Innogy-TelNet gilt das auch in Bigge, Olsberg, der Gierskopp und Antfeld. Im Vodafone/Unitymedia-Kabelnetz hat sich die Download-Geschwindigkeit seit Ende 2020 auf 1.000 Mbit/s erhöht. Grund dafür: Die Mitnutzung eines überörtlichen Glasfaserkabels der GasLine sowie der Einsatz der Docsis 3.1-Technik.
Ebenfalls seit 2020 ist das Olsberger Rathaus durch eine so genannte Dark-Fiber-Leitung – ein abgesichertes eigenständiges Glasfaserkabel – an das Rechenzentrum angeschlossen. Mehrere städtische Gebäude wurden 2020 durch ein eigenes städtisches Datennetz verbunden, das nach weiteren Installationsarbeiten in den Gebäuden 2021 genutzt werden kann. Ferner steht seit 2020 in einigen Kernbereichen von Olsberg und Bigge öffentliches WLAN durch das Netz „Wifi4EU“ zur Verfügung. In den Dörfern forciert die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern Freifunknetze in den Ortskernen.
In Zusammenarbeit mit dem Hochsauerlandkreis haben verschiedene Orte in Olsberg auch von Förderprogrammen zum Breitbandausbau profitiert: Beim so genannten „3. Call“ des „Infrastrukturprojekts Breitbandausbau“ waren dies der südliche Teil von Bruchhausen. Die Sekundarschule mit der Grundschule in Olsberg und die Förderschule an der Ruhraue in Bigge sowie das Berufskolleg des HSK werden in Kürze durch dieses Förderprogramm Gigabit-Anschlüsse nutzen. Die Grundschulen in Bigge und Bruchhausen werden voraussichtlich ebenfalls noch im Jahr 2021 durch ein Förderprogramm des Landes NRW mit schnellen Glasfaseranschlüssen versorgt.
Nach einer Antragstellung im Jahr 2017 soll nun – unmittelbar nach Ostern – auch das Gewerbegebiet Assinghausen mit einem Glasfaserkabel versorgt werden; betriebsbereite Anschlüsse erwartet Ludger Laufer für den Spätsommer dieses Jahres.
Über den „6. Call“ des Infrastrukturprojekts Breitbandausbau sollen dann Rand- und Außenbereiche im gesamten Stadtgebiet sowie die Gewerbegebiete Hohler Morgen in Bigge, Bigge-West und Bruchhausen erschlossen werden – betriebsbereite Anschlüsse erwartet Ludger Laufer hier für den Zeitraum 2022 bis 2024.
Auch in den Mobilfunknetzen im Stadtgebiet tut sich etwas: Funklöcher sollen in Heinrichsdorf, Helmeringhausen und Brunskappel beseitigt werden; in Bruchhausen wird der Sendemast ausgetauscht. „Neue Sendeanlagen auch auf vorhandenen Masten werden nach und nach die heute gebräuchliche 4G-Frequenz als auch das 5G-Netz versorgen“, so Thomas Rösen – 5G-Netzzellen sind bisher im Stadtgebiet nicht oder kaum nutzbar.
Trotz aller Förderprogramme: Viele Fragen seien noch offen, betont Ludger Laufer - insbesondere bei der Beseitigung von nach wie vor bestehenden „grauen Flecken“ beim Breitbandausbau. Erst ab 2025 sei in diesen Gebieten Abhilfe zu erwarten.
Bürgermeister Wolfgang Fischer würdigte die Anstrengungen von HSK und Kommunen, Bürger und Gewerbetreibende mit „schnellem Internet“ zu versorgen. Gleichwohl zeigten viele andere Staaten Deutschland, wie man es „besser machen könne“. Ausdrücklich dankte Bürgermeister Fischer sowohl Ludger Laufer und Thomas Rösen: „Es ist gut, wenn man Fachleute hat, die sich so in dieses Thema ,reinhängen‘.“

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