Die Kleinbahn Steinhelle Medebach Teil 1

Die Planung

BahnhofVor rund 100 Jahren wurde die Kleinbahn Steinhelle Medebach in Betrieb genommen. In dem Einzugsgebiet lebten ca. 10.000 Menschen, die als einziges Transportmittel Pferdewagen hatten. Wer von Olsberg aus in die alte Hansestadt Medebach wollte, musste die Postkutsche benutzen, was oft langweilig und teuer war.

Auch der Warenverkehr wurde mit Pferdegespannen vom Raum Medebach nach Olsberg durchgeführt. In der Medebacher Bevölkerung war schon früh der Wunsch nach einer Bahn vorhanden, sodass 1880 ein Comitee für den Bahnbau gebildet wurde. Etwa zwanzig Jahre hat es noch gedauert, bis dass man das Bahnprojekt in Angriff nahm, parallel zu dem Bauvorhaben der oberen Ruhrtalbahn von Bestwig nach Winterberg. Große Geländeschwierigkeiten waren zu meistern. Es musste entschieden werden, ob eine normalspurige, oder eine schmalspurige Bahn gebaut werden sollte.

LageplanDie geschätzten Kosten waren entscheidend, sollte 1km Schmalspur 40.000 Mk kosten, so waren es für die Normalspur 100.000 Mk. Am 21. Juli 1898 besichtigten Betriebsdirektor Schönfeld, Baurat Carpe, Fabrikant Carl Ewers und der Landrat Dr. Ferderath aus Olsberg die Vorarbeiten. Per Gutachten vom 23.Juli 1898 haben diese Befürworter damals das Beste für den ärmsten Teil des Kreises Brilon gewollt und auch durchgeführt.

Die Medebacher wollten möglichst direkt an die Ruhrtalbahn heran kommen und nicht die Fahrgäste erst durch die Grafschaft kutschieren. kleinbahn_3Dieser Vorstoß der Medebacher löste höchste Erbitterung aus. Der Amtmann Frey wollte die Medebacher, aber auch die Bewohner der Grafschaft, nicht vor den Kopf stoßen und so schrieb er einige Briefe an den Landrat Dr. Federath, er möge es bei dem ursprünglichen Plan belassen, sonst würde die Grafschaft auf dauernd unaufgeschlossen bleiben. Der Kreistag Brilon fasste am 05. Okt. 1897 den Beschluss die Bahn zu bauen.

 

Die Finanzierung

PreislisteLaut Beschluss der Medebacher Stadtvertretung vom 11. Okt. 1897 gab es eine Zusage über 25.00 Mk und die Kostenübernahme der Grundentschädigungen.

Die Provinz bewilligte 1898 ein Darlehen von 300.000 Mk. Am 04. Aug. 1898 beschloss der Kreistag die für die Deckung der Anlagekosten der Kleinbahn die erforderliche Summe bis zu einem Drittel zu übernehmen.

Der Betriebsdirektor Schönfeld teilte dem Landeshauptmann am 14. Dez. 1898

mit, dass die Gesamtkosten der Anlage 1.000.000 Mk betragen werden.

In einem Schreiben an Dr. Federath beziffert Herr Schönfeld die Bausumme

schon auf 1.200.000Mk


Die Gesellschaft

zwei ZügeDie Königliche Eisenbahn-Direktion Kassel erstellte am 27. Juli 1900 den Entwurf zu einem Gesellschafts-Vertrag.

Der Königliche Preußische Staat, der Provinzial-Verband der Provinz Westfalen und der Kreis Brilon vereinigen sich zu einer GmbH mit beschränkter Haftung.  Folgender Gesellschaftsvertrag soll maßgebend sein:

Die Firma ist „Kleinbahn Steinhelle – Medebach“ mit dem Sitz in Brilon, Gegenstand ist der „Bau und Betrieb einer Kleinbahn von Steinhelle (Staatsbahnhof) nach Medebach.

Das Stammkapital beträgt 1.200.000 Mk und weitere Paragraphen. Per Urkunde vom 31.Aug.1901 wurde der Geheime Regierungsrat Dr. Federath zum Geschäftsführer des gesamten Unternehmens bestellt.

Die staatliche Genehmigungsurkunde zum Bau der Kleinbahn Steinhelle – Medebach wurde am 05. Okt. 1901 ausgestellt, damit war die letzte Hürde gefallen und es ging mit fieberhafter Eile ans Werk.

Der endgültige Gesellschaftsvertrag wurde am 03. März 1902 abgeschlossen und am 25. März vom Landeshauptmann genehmigt.


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