Frühjahrsputz am Olsberger Stausee

Momentan finden am Olsberger Stausee die vorbereitenden Arbeiten für eine umfangreiche Sedimententnahme statt.
Insgesamt sollen dem Weiher rund 17.000 Kubikmeter Sediment entnommen werden. Anschließend wird die kontinuierliche Weiterleitung neu eingetragener Sedimente mittels eines innovativen Pumpverfahrens hergestellt.

Mit der Durchführung hat RWE Innogy die Firma Huning Umwelttechnik GmbH & Co. KG aus Melle beauftragt.
„Um die oberhalb des Wasserspiegels sichtbaren Ablagerungen mittels konventioneller Baggertechnik abtragen zu können, wird in den nächsten Tagen der Olsberger Weiher für ca. zwei bis drei Wochen um einen halben Meter abgesenkt. Das entspricht einer Stauabsenkung, wie sie auch im normalen Betrieb vorkommen kann“, erklärt RWE Innogy Projektleiter Kevin Erdelkamp.
„Nach dem Abtrag des groben Materials folgt die Entnahme des am Gewässergrund befindlichen Weichsediments durch einen schwimmenden Saugbagger. Dieser pumpt die Sedimentmengen zum Uferbereich, wo diese entwässert und als Abdeckmaterial zum Sedimentationsbecken Bilmecke verbracht werden.
Ziel der Maßnahme ist es, das Gewässer zu unterhalten, dabei ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig die Energiegewinnung aus Wasserkraft dauerhaft zu sichern.“ Nach Abschluss des ersten Arbeitsteils werden neu eingetragene Sedimente regelmäßig in naturnahen Mengen an den Unterlauf der Ruhr weitergegeben: Von einer schwimmenden Arbeitsplattform aus wird in einem innovativen Verfahren mittels einer beweglichen Saugeinrichtung das neue Sediment schonend aufgenommen und über die Turbine des Wasserkraftwerks Steinhelle zwei in die Ruhr geleitet.
Verbesserung der Gewässerökologie
Umfangreiche Analysen haben bestätigt, dass vom Sediment selbst sowie durch seine Entnahme keine negativen Beeinträchtigungen des Gewässers entstehen.
Im Gegenteil: Die naturnahe Wiederherstellung des Sedimenttransports wird erheblich zur Verbesserung der Gewässerökologie beitragen. Denn das Sediment aus dem Olsberg Weiher wird im Unterlauf der Ruhr zur natürlichen Sohl- und Uferstabilisierung benötigt. Zudem ermöglicht die jeweils nur lokale Entnahme des Sediments eine schnelle Neubesiedelung des Gewässerbodens mit Pflanzen und Kleinlebewesen. Auch die Naherholung und der Tourismus werden durch die ökologische Aufwertung des Gewässers profitieren.
Schonung von Umwelt und Anwohnern
Um die Maßnahmen für die Anlieger möglichst schonend durchzuführen, wurden Arbeitsverfahren gewählt, die mit möglichst wenigen LKW-Transporten auskommen. Auch der nahegelegene Ruhrtalradweg kann weiter befahren werden. Lediglich in den ersten Wochen kann es bedingt durch Transportfahrten bei der Nutzung des Weges entlang des Weihers zu Behinderungen kommen.
Hintergrund
Ablagerung von Sedimenten
Sedimente sind ein natürlicher und wichtiger Bestandteil fast jedes Fließgewässers, so auch der Ruhr. Die mitgeführten Sedimente sinken auf den Grund des Gewässers und lagern sich dort ab (Sedimentation). Die Strömung in Fließgewässern nimmt die abgelagerten Sedimente vom Grund auf (Erosion) und führt sie flussabwärts. Durch die geringere Strömungsgeschwindigkeit überwiegt in Staugewässern die Ablagerung (Sedimentation). Gleichzeit findet kaum noch eine Aufnahme der abgelagerten Sedimente durch die Strömung (Erosion) statt. Im Laufe der Zeit kommt es so in Stauseen zu einer verstärkten Ansammlung von Sediment.
Wasserkraftwerke Steinhelle 1 & 2
Die Wasserkraftwerke Steinhelle 1 & 2 wurden bereits Ende der 1920er Jahre in Betrieb genommen. Die beiden Francis-Turbinen im Kraftwerk Steinhelle 1 verfügen über eine Leistung von insgesamt 2,25 Megawatt. Das Kraftwerk wird über eine Druckrohrleitung mit dem nötigen Triebwasser aus zwei höher gelegenen Weihern versorgt.
Das Kraftwerk Steinhelle 2 befindet sich direkt am Auslauf des Olsberger Weihers. Die eingebaute Kaplan-Turbine stellt eine Leistung von 240 Kilowatt bereit. Gemeinsam erzeugen beide Kraftwerke im Durchschnitt jährlich rund 7.200.000 Kilowattstunden Strom. Damit können rund 2.000 Haushalte mit sauberer, klimafreundlicher Energie versorgt werden.


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