Die Regulierung der Ruhr (Teil 1)

Schleuse am StauseeBei dem kürzlich erschienenen Bericht über „Unwetter in Olsberg“ wurde im Vorwort angekündigt, dass von der Regulierung der Ruhr später berichtet würde. Es scheint, dass der „Schneereiche Winter“ vorüber ist und es somit keine größeren Schäden durch Hochwasser in Verbindung mit der  Schneeschmelze gegeben hat.

Anfang der 50er Jahre wurden von der Gemeindevertretung wichtige Beschlüsse für die öffentlichen Bauvorhaben gefasst. Dies waren: Freibad, Stadion, Kurpark und die Brücke zwischen Parkhotel und dem AOK- Gebäude, auf der Grundlage der Ruhrregulierung. Außerdem waren noch einige Schulprobleme zu lösen, hierzu wollen wir später berichten.

Das alte FlussbettBis zu diesem Zeitpunkt war das Ruhrtal von der Ruhrbrücke (Volksbank) bis  zur Knickhütte (heute Fa. Hüttemann) ca. zweimal im Jahr ein riesiger See. Regelmäßig zum Frühjahr und Herbst trat die Ruhr in diesem Bereich über die Ufer. Durch die Ruhrregulierung wurde dieses ganze Gebiet hochwasserfrei und es war damit die Voraussetzung geschaffen, dass das ganze Ruhrtal baulich genutzt werden konnte. In der Westfalenpost vom 05.10.1953 war ein Artikel erschienen mit der Überschrift „Ruhr ins neue Bett geleitet“, in dem es heißt:

Ein schwerer Greiferkran und eine Planierraupe lenkten am Freitag nachmittag bei schönstem Spätherbstwetter den Lauf der Ruhr an der Olsberger Ruhrbrücke in ihr neues Bett. Zu diesem Durchstich, mit dem das seit drei Jahren vorbereitete Projekt der Ruhrregulierung in seinem wichtigsten Abschnitt die Krönung erhielt, hatten sich zahlreiche Behördenvertreter, u.a. Oberkreisdirektor

Steineke, Amtsbürgermeister Balkenhol und Bürgermeister Lenze eingefunden. Von diesem Tage ab fließt die Ruhr in einem breiten Bett vom Olsberger Weiher bis zur Bigger Brücke und wird auch nicht mehr über die Ufer treten und Schaden anrichten können. Bürgermeister Lenze gab in seiner kurzen Ansprache seiner Freude darüber Ausdruck, dass es endlich gelungen sei, den vor drei Jahren in einer gemeinsamen Sitzung der Gemeindevertreter von Olsberg und Bigge gefassten Plan zu verwirklichen. Das neue Flussbett habe nun die Aufgabe, die oft stürmischen Fluten der Ruhr zu zähmen und festzuhalten.

Durchstich ins neue FlussbettKreiskulturbaumeister Bröcher gab dann das Signal für Bagger und Planierraupe und unter dem Rattern der Maschinen wurde der letzte niedrige Damm durchstoßen, durch den die Ruhr in ihr neues Bett strömte. Bei diesen Arbeiten, die allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen sind, wurden bisher 35.000 cbm Boden bewegt, wobei etwa 6.000 cbm einen Kilometer weit transportiert werden mussten. Die Gesamtlänge des neu gestalteten Ruhrbettes mit dem gleichzeitig das Bett des Gierskoppbaches gefasst wurde, beträgt 1,4 km. Auf dieser Strecke mussten 3.500 m Flechtzäune und Uferbefestigung hergestellt Ruhr tritt über die Uferwerden. 2800 qm wurden gepflastert und 300 cbm Mauerwerk an der Brücke erstellt. Das neue Flussbett hat eine Sohlenbreitevon 10 m und eine flache Böschung mit einer Steigung von 1:3. Das Flussbett gestattet es, dass 1400 bis 1500 cbm Wasser in der Sekunde weitertransportiert werden und bietet damit die Gewähr, dass der Fluss niemals über seine Ufer treten kann.

In Kürze erscheint hierzu Teil 2

 

Quellennachweis:

Zeitschrift „Am Stein“  Nr.3 Weihnachten 1990

Erinnerungen „Die Regulierung der Ruhr“

Raimund Schleich sprach mit Alfons Liesen-Schauerte

 

Bilder von Willi Vollmer und Wilfried Rosenkranz

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