Heimische Athleten bei Bob- und Skeleton-WM in Altenberg erfolgreich

artikelbild regionalesAltenberg/Winterberg. Dreimal Silber, dreimal Bronze – die Top-Athleten des Sauerländer Wintersports präsentierten sich bei der Bob- und Skeleton-WM am vergangenen Wochenende in Altenberg in bestechender Form. Zwischendurch war sogar die Goldmedaille zum Greifen nah. Aber der Reihe nach:
Skeleton (Frauen)
Es war ein packendes Finale der Skeleton-Frauen im Kampf um die Medaillen und den Weltmeistertitel in Altenberg. Mittendrin in der Entscheidung um den Sieg war Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland. Dank ihrer Konstanz gewann die Brachbacherin am Ende die Silbermedaille hinter Tina Hermann (WSV Königssee), die ihren Titel im Sachsen-Energie-Eiskanal verteidigte. Lölling erzielte in allen vier Läufen jeweils die zweitbeste Zeit. Am Ende fehlten knappe elf hundertstel Sekunden zum ganz großen Erfolg. „Wenn man vom ersten auf den zweiten Tag auf dem Goldrang schläft und man auch nach dem dritten Lauf noch führt, will das niemand wieder abgeben. Es ist schon bitter, auch wenn es eine Silbermedaille ist. Ich habe das Rennen im vierten Lauf verfahren. Es waren zu viele kleine Fehler in dem Lauf“, meinte Lölling, die im vierten Lauf 28 Hundertstel langsamer war als die Weltmeisterin. Hermann krönte eine furiose Aufholjagd, nachdem sie im ersten Lauf nur die elftbeste Zeit erzielt hatte, in den Läufen zwei bis vier aber jeweils Bestzeit fuhr.
Hinter der sechstplatzierten US-Amerikanerin Katie Uhlaender folgte schon Hannah Neise. Die Junioren-Weltmeisterin des BSC Winterberg sagte nach ihrem WM-Debüt: „Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Vor allem in den jeweils ersten Läufen an beiden Tagen die dritte Laufzeit zu erzielen, das war schon stark. Gestern der zweite Lauf war ein bisschen ärgerlich, aber was nützt alles wenn und aber?“
Skeleton (Männer)
Die Erleichterung war riesengroß. Alexander Gassner, der mit der Empfehlung von zwei Weltcupsiegen im Gepäck angetreten war, gewann im letzten Lauf noch Bronze bei der Weltmeisterschaft in Altenberg, nachdem es nach drei Läufen zunächst nur zu Platz fünf reichte. Christopher Grotheer (BRC Thüringen) verteidigte seinen WM-Titel aus dem Vorjahr vor dem Russen Alexander Tretiakov.
Mit einer nahezu idealen Fahrt zum Abschluss kämpfte sich Alexander Gassner vom BSC Winterberg noch auf den Bronzerang vor. „Nach dem gestrigen Tag hatte ich schon gezweifelt, ob es überhaupt funktioniert. Viele Nachrichten von Familie und Freunden, die mir Mut zugesprochen haben, haben mich aufgebaut. Ich wollte heute nochmal zwei saubere Läufe zeigen und was ich eigentlich draufhabe“, sagte Gassner.
Auch im Mixed-Team-Wettbewerb der BMW IBSF Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften gab es Edelmetall für die heimischen Skeletonathleten Jacqueline Lölling und Alexander Gassner von der RSG Hochsauerland und dem BSC Winterberg.
Skeleton (Mixed-Team)
Nachdem Lölling und Gassner in den Einzelwettbewerben am Vortag Silber und Bronze gewonnen hatten, durfte das Duo in Altenberg im Team erneut starten – und das als Titelverteidiger dieses neuen im Vorjahr erstmals ausgetragenen WM-Wettbewerbs. Mit der Titelverteidigung klappte es dieses Mal knapp nicht, Lölling / Gassner mussten sich nur den frisch gebackenen Einzelweltmeistern Tina Hermann und Christopher Grotheer geschlagen geben. Das NWBSV-Team hatte nur 0,14 Sekunden Rückstand auf das siegreiche Team. Der Vorsprung auf das drittplatzierte Team der Russischen Federation betrug nur eine Hundertstelsekunde.
„Es war schon ein sehr schöner Abschluss. Es macht schon Mega-Spaß, sich zusammen zu puschen. Wir hätten den Titel gerne verteidigt, aber Medaille ist Medaille und die anderen beiden waren dieses Wochenende einfach dominierend“, meinte Jacqueline Lölling. Alexander Gassner ergänzte: „Ich war megamotiviert, mit meiner Trainingspartnerin Jacka nochmal alles zu geben. 14 Hundertstel Rückstand und Platz zwei, damit kann man sehr zufrieden sein
Bob (Mono, Zweier, Vierer)
Der Abschlusstag der BMW IBSF Bob- und Skeleton Weltmeisterschaft stand im SachsenEnergie-Eiskanal ganz im Zeichen der Stars des Bobsports. Wie im Zweierbob standen auch am Abschlusstag die Amerikanerin Kaillie Humphries und der Sachse Francesco Friedrich ganz oben auf dem Podest.
Bei der Monobobpremiere bei einer Weltmeisterschaft siegte Humphries mit Bahnrekord im letzten Lauf vor den beiden Deutschen Stephanie Schneider und Laura Nolte auf den Rängen zwei und drei. „Ich bin schon ein bisschen enttäuscht über den letzten Lauf. Es wäre mehr drin gewesen sonst, aber natürlich bin ich sehr zufrieden, dass es eine Medaille geworden ist“, sagt Nolte, die für den BSC Winterberg fährt. Zu Gold fehlten acht zehntel, zu Silber drei zehntel Sekunden. Sie zog nach dem letzten Wettkampf des Winters ein zufriedenes Fazit: „Nachdem die Vorsaison mit einem Sturz endete und diese mit einem Sturz begann, habe ich mich gut zusammengerauft und gute Ergebnisse erzielt. Das war eine wichtige Saison für meine Entwicklung.“
Eine weitere Medaille für den BSC Winterberg gewann am Schlusstag Anschieber Christopher Weber im Viererbob von Pilot Johannes Lochner. Zusammen mit Christian Rasp und Florian Bauer gewann das Team Bronze mit 16 Hundertstel Vorsprung vor dem lettischen Bob von Oskars Kibermanis.

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Das Siegerpodest nach dem Mixed-Wettbewerb in Altenberg: (von links) Alexander Gassner, Jacqueline Lölling, Christopher Grotheer, Tina Hermann, Elena Nikitina und Alexander Tretiakov.
Foto: Sebastian Kahnert / dpa

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