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RP1Arnsberg/Südwestfalen. „Wir müssen vor allem die Potentiale des Neuen erkennen und gemeinsam für unsere Region zur Entfaltung bringen. Das ist unser Auftrag“, appellierte Hans-Josef Vogel heute Morgen bei seiner offiziellen Amtseinführung. Zum 1. September wird der langjährige Arnsberger Bürgermeister Regierungspräsident des Regierungsbezirks Arnsberg.
Die künftigen Herausforderungen und Chancen für die Gesellschaft und die Region standen bei den Festrednern im vollbesetzten Arnsberger Sauerlandtheater im Mittelpunkt. In sein Amt eingeführt wurde der 61-Jährige von Herbert Reul, Innenminister des Landes NRW. Für viele Herausforderungen im Land gebe es keine vorgefertigten Lösungen von oben, sondern diese müssten vor Ort, in den Regionen im Dialog gefunden werden, sagte er mit Blick auf die Bezirksregierung in ihrer Funktion als Mittelbehörde. Als zentrale Herausforderungen der Zukunft ging er unter anderem auf die Integration, „die eine Aufgabe bleibt“, den Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst sowie die Digitalisierung aller Lebensbereiche und deren Bedeutung für öffentliche Verwaltungen ein. Letzteres habe Südwestfalen schon lange erkannt und setze mit der Regionale 2025 einen entsprechenden Schwerpunkt.
An Hans-Josef Vogel gerichtet, sagte der Minister, dass mit ihm jemand gefunden wurde, „der die Herausforderungen der Region kennt, weiß wie die Menschen ticken, der Mut mitbringt und auch aktiv gestalten will“. Dies machte er an Beispielen aus Vogels Amtszeit als Bürgermeister von Arnsberg deutlich – wie dem Lichtforum.NRW oder der „Stadt des langen Lebens“. Darüber hinaus dankte Herbert Reul der bisherigen Regierungspräsidentin Diana Ewert für ihre gute Arbeit, auch mit Blick auf die landesweite Zuständigkeit der Bezirksregierung Arnsberg für Flüchtlingsfragen.
„Spitzenleistungen erbringen“
Der künftige Regierungspräsident Hans-Josef Vogel dankte vor den über 300 erschienenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Handwerk Ministerpräsident Armin Laschet und der Landesregierung für das ihm entgegengebrachte Vertrauen, bevor er in seiner Ansprache auf die vielen Herausforderungen wie demografischer Wandel, Europäisierung und Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel und Migration einging. „Diese verlangen nach öffentlichen Spitzenleistungen. Spitzenleistungen können wir erbringen, wenn wir weniger in Defiziten und mehr in Potentialen und Potentialentfaltung denken. Auch in der Region.“ Neue Formen der Koproduktion mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft seien dazu vonnöten. Neben Herausforderungen in den Bereichen Wirtschaft und Strukturwandel sprach Hans-Josef Vogel von einer „Politik der Sichtbarkeit“. „Ohne Sichtbarkeit, ohne Kommunikation ist eine Potentialentfaltung insbesondere des Neuen nicht denkbar.“ Zum Thema Digitalisierung hob er hervor, dass Kommunen heute als „Reallabore“ zu verstehen seien, in denen neue Modelle für das Leben und Wirtschaften erprobt werden. Dafür bräuchten sie Selbstverwaltungsrechte und eine finanzielle Grundausstattung. Auch die Schulen als „Zukunftsorte“ gelte es zu unterstützen, so Vogel.
Die Glückwünsche des Regionalrats überbrachte der Vorsitzende Hermann-Josef Droege. Nach der starken Prägung der Arbeit der Bezirksregierung durch die Arbeit rund um die Integration von Flüchtlingen sehe der Regionalrat die Notwendigkeit, schon länger andiskutierte Themen noch engagierter, ganzheitlicher und gegebenenfalls auch fordernder „gegenüber Düsseldorf“ zu formulieren. Hierbei nannte er neben der Digitalisierung auch den Wirtschaftsstandort Südwestfalen und das Leben im „ländlichen Raum“ – und hier insbesondere Leerstände vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Hier gelte es, zielgerichtete Anreize, unter anderem für junge Familien zu schaffen, erläuterte Droege weiter.
„Unser Regierungsbezirk insgesamt ist mit all seinen Stärken und Problembereichen das nahezu exakte Abbild des Landes Nordrhein-Westfalen. Umso mehr kann es hochgradig Sinn machen, diesen Regierungsbezirk Südwestfalen als Pilotregion für Pilotprojekte zu begreifen, als im ganzheitlichen Sinn Innovationsregion, vielleicht sogar als ,Versuchslabor‘ für NRW?“, so die Worte von Hermann-Josef Droege.
Weitere Grußworte überbrachte Hans-Georg Schürenberg, Vorsitzender des Personalrats der Bezirksregierung Arnsberg, bevor Franz-Reinhard Habbel, Beigeordneter des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Leiter des Innovators Club Deutschland, zum Abschluss einen Impulsvortrag zum Thema „Mit Daten Politik machen – Kommunen und Regionen im Zeitalter der Digitalisierung“ hielt.

Hintergrund
- Hans-Josef Vogel wurde 1956 in Werl/Westfalen geboren. 
- Von 1993 bis 1999 arbeitete der Jurist als Stadtdirektor der Stadt Arnsberg. 1999 wählten ihn die Bürger dann und drei weitere Mal zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Arnsberg (CDU). 
- Aus diesem Amt berief in die NRW-Landesregierung nach der Wahl in das Amt des Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Arnsberg, der Südwestfalen und das östliche Ruhrgebiet mit circa 3,6 Millionen Einwohnern umfasst. 
- Hans-Josef Vogel ist bei Twitter: Hans-Josef Vogel @rpArnsberg.

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NRW-Innenminister Herbert Reul (l.) überreichte im Beisein der bisherigen Regierungspräsidentin Diana Ewert die Ernennungsurkunde an Hans-Josef Vogel.
Foto: Rebecca Weber
   
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