Kreisverkehr, Bahnhofsverlegung, schilderfreie Stadt?

zentren1.jpg

Bürgerversammlung diskutierte Zentrenkonzept

 

Es gehe erst einmal um Ideen und Visionen, beschlossen sei noch gar nichts. So beruhigten Bürgermeister Elmar Reuter sowie Markus Caspari und Burkhard Risse vom Bürener Planungsbüro Hoffmann und Stakemeier die z. T. verunsicherten Zuhörer in der einberufenen Bürgerversammlung.

Um Olsberg vor allem nach Fertigstellung der Umgehungsstraße und vor dem Hintergrund des demographischen Wandels auch in Zukunft attraktiv zu machen, wurde das sog. Zentrenkonzept 2015 ins Leben gerufen.

Als Grundlagen hierfür dienen Flächennutzungsplan, Stadtentwicklungsplan, Landschaftsplan, Einzelhandelskonzept sowie als aktuellstes Werk die Gestaltungsfibel der Stadt. Konkrete Maßnahmen, wie der Bahnhofsumbau Olsberg mit dem Berufskolleg-Anbau und das Aqua Olsberg, ziehen bereits entsprechende städtebauliche Veränderungen nach sich. Darüber hinaus sollen einzelne Bausteine, wie Burkhard Risse erklärte, wie Puzzleteile das Gesamtbild der Stadt gestalten. Insgesamt sollen Olsberg und Bigge sicherer und attraktiver für Fußgänger und Radfahrer werden – erwartet man doch mit der Umgehungsstraße weniger Durchgangsverkehr.

Baulücken sollen geschlossen werden, indem man Brücken schlägt z.B. zwischen dem Einkaufszentrum Aldi/Hit zur Hauptstraße. Das Gewerbegebiet Ramecke könnte mit Grünflächen oder sogar neuen Sportflächen umgestaltet werden. Sogar die Verlegung des Bigger Bahnhofes in den Bereich Ramecke erscheint denkbar. Hierfür gibt es Überlegungen seitens der Bahn und sogar grünes Licht vom Heimbeirat des Josefsheimes, der die Barrierefreiheit begrüßen würde.

Was passiert am Standort des Krankenhauses Olsberg, das ab 2009 endgültig von der Elisabethklinik „geräumt“ wird? Altengerechtes, auch generationsübergreifendes Wohnen biete sich hier z.B. an.

zentren2.jpg 

Den Olsberger Marktplatz attraktiver zu machen, sei auch mit einem Kreisverkehr denkbar, so die Planer. Der Traum von einer Fußgängerzone, etwa vom Markt bis zur Abbiegung Hüttenstraße, wird wohl auch eher ein Traum bleiben. Die Straßenumstufung sieht eine Landesstraße von Winterberg nach Elleringhausen vor, so dass auch die Entscheidung über ihre Nutzung letztlich nicht bei der Stadt liegt. Könnte eine Mini-Fußgängerzone im Bereich Sachsenecke die Alternative sein?

Klar ist, dass der Quellverkehr, d. h. der hausgemachte, im Ort bleiben wird und man natürlich den sog. Zielverkehr haben möchte, der Olsberg als Gast und Kunde gezielt anfährt. Hier muss die Balance für alle Verkehrsteilnehmer gehalten werden. Gleichzeitig dürfe der Wirtschaftsstandort Olsberg nicht gefährdet werden. „Wir sehen Olsberg in 2015 als schnuckliges Städtchen mit einem guten Facheinzelhandel“, erklärte Markus Caspari.

Der Ort könne mit seinen Pfunden wuchern: Ruhrauen, Josefsgesellschaft, Wirtschaftsbetriebe, kurze Wege für den Kunden. Durch entsprechende Beschränkungen werde man den Einzelhandel vor Beliebigkeit schützen. Große Bedenken wurden zu den Vorschlägen zur Ramecke vorgebracht: ansässige Wirtschaftsbetriebe fürchten sich vor Sanktionen, werde das Gebiet auch zum Wohn-, bzw. Mischgebiet ausgewiesen.

Weitere Bedenken: werden auch die Bürger zur Kasse gebeten bei Umgestaltung der Straßen? Hier sei eine Beitragspflicht durchaus denkbar, so Reuter. Doch letztlich sei noch nichts entschieden, die Diskussionen und Planungen gehen nach diesem Informationsabend weiter.

Eine besonders sympathische Vision brachte Rembert Busch aus dem Auditorium ein: einen Schienenersatzverkehr von Bestwig nach Winterberg einführen, aus der nicht mehr benötigten Bahntrasse einen Radweg machen und so aus bisher 50.000 Ruhrradfahrern 250.000 werden lassen. Aber wie gesagt – alles erst einmal Visionen.

 

zentren3.jpg


olsberg-mittendrin e.V.
von Olsberg - für Olsberg
Copyright © olsberg-mittendrin.de

Webteam Impressum Kontakt RSS Feed Facebook Instagram