Prozess startet: Gemeinsam Bigge weiterentwickeln

Bigge 01 thumbBigge. Wie kann Bigge auch in Zukunft ein attraktiver Ort für Wohnen, Arbeit und Freizeit bleiben? Wo sind Stärken, die ausgebaut und Herausforderungen, die angegangen werden können? – Das sind die Themen, zu denen die Stadt Olsberg mit den Einwohnerinnen und Einwohnern ins Gespräch kommen will. Und die nehmen dieses Angebot offenbar gerne an: Rund 120 Bürgerinnen und Bürger kamen jetzt zu einem Info-Abend in die Bigger Schützenhalle.
Hintergrund: Die Stadt Olsberg möchte für Bigge einen so genannten „Detailrahmenplan“ erstellen. Er soll quasi zu einem „Fundament“ werden, auf dem künftig – je nach Machbarkeit – Projekte in und für Bigge umgesetzt werden. Bürgermeister Wolfgang Fischer verweist dazu auf das Beispiel Olsberg: Auch hier habe man gemeinsam mit der Bürgerschaft sowie externen Fachleuten Ideen und Konzepte entwickelt, die Schritt für Schritt umgesetzt worden sind.
Yvonne Vahle vom Ingenieurbüro Hoffmann + Stakemeier stellte zunächst in verschiedenen Handlungsfeldern erste Überlegungen zu Stärken und Schwächen des Ortes vor. Auffällig dabei: Die Gegensätze, die Bigge kennzeichnen. So gibt es mit den Bigger Ruhrauen eine vielfältige Naturlandschaft – die aber aus der Wohnbebauung nicht ganz einfach zu erreichen ist. Bigge ist verkehrstechnisch gut erschlossen – andererseits hat die Hauptstraße eine trennende Wirkung. Der Ort bietet wunderschöne Fachwerk-Architektur – und ebenso typische Zweck-Architektur aus den 1960-er Jahren. Auch das Schloss Schellenstein sei eine Besonderheit, unterstrich Yvonne Vahle: „Wer hat schon ein Schloss am Ortseingang? – Aber man sieht es nicht.“
„Wir müssen Ziele definieren“, lud Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung, die Bürgerinnen und Bürger ein. Dabei stehe man ganz am Anfang – und eben deshalb suche man den Dialog mit der Bürgerschaft. Braucht Bigge eine Ortsmitte? Viele der Anwesenden sprachen sich dafür aus, für diesen Zweck die weitläufigen Grünflächen rund um die Pfarrkirche unter die Lupe zu nehmen. „Was machen wir mit Fußgängern und Radfahrern?“, fragte Hubertus Schulte. Die Erfahrungen aus Olsberg, wo man verstärkt auf Zebrastreifen setzt, seien positiv: „Das bringt mehr Ruhe in die Straße rein.“ Wünschenswert sei zudem eine Unterführung an der Bahnlinie nach Winterberg – sie würde eine direktere Anbindung des Ortes an die Ruhrauen schaffen.
Mit Ruhr, Voss- und Norbach gebe es Möglichkeiten, das Element Wasser im Ort besser erlebbar zu machen, so Vorschläge der Anwesenden: „Gerade im Umfeld der Kirche.“ Und auch Treffpunkte im Ort seien wünschenswert – für junge Menschen, für Senioren, aber vielleicht auch „quer durch die Generationen“. Im östlichen Teil des Ortes gebe es vergleichsweise viele Brachflächen, die städtebaulich neu genutzt werden könnten, so Hubertus Schulte. Sein Fazit: „Bigge hat sehr viel Potenzial.“
Eben dieses Potenzial gelte es in den kommenden Jahren zu heben, unterstrich Bürgermeister Wolfgang Fischer. Manche Bürgerinnen und Bürger seien möglicherweise enttäuscht, dass es keine fertigen Pläne gebe – „aber wir wollen eben in den nächsten Jahren diese Entwicklung mit ihnen gemeinsam machen“.
Vorschläge und Anregungen sollen nun ausgewertet werden und in Thesen und Ziele einfließen. Aus diesen wiederum soll der Detailrahmenplan entstehen – dessen Entwurf zuvor in einer weiteren Bürgerinfformation vorgestellt und diskutiert wird. Voraussichtlich bis Sommer 2021 könnte das Planwerk fertiggestellt werden – erst dann gehe es an die Maßnahmenplanung. Bei der baulichen Umsetzung werden Fördermittel eine wichtige Rolle spielen, kündigte Wolfgang Fischer an – mit Deutscher Bahn, Kirche oder Hochsauerlandkreis gebe es zudem viele Akteure, „die wir mitnehmen müssen.“
Die Ersten, die „mitgenommen werden“, seien aber die Bürgerinnen und Bürger, so Bürgermeister Fischer. Deshalb seien sie auch weiter eingeladen, Vorschläge und Ideen per Telefon, Brief oder E-Mail an die Stadtverwaltung zu übermitteln. Auch künftig werde die Stadt Olsberg den Dialog suchen – Wolfgang Fischer: „Das war zu diesem Thema ganz bestimmt nicht die letzte Veranstaltung.“

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Großes Interesse: Rund 120 Bürgerinnen und Bürger waren – mit Abstand – in die Schützenhalle gekommen, um mit der Stadtverwaltung an Ideen zur Weiterentwicklung Bigges zu arbeiten.
Bild oben: Yvonne Vahle (re.) stellte gemeinsam mit Hubertus Schulte, Bürgermeister Wolfgang Fischer und Rathaus-Mitarbeiter Timo Caspari (v.re.) erste Überlegungen zu Stärken und Schwächen Bigges vor.
Fotos: Stadt Olsberg

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