OGS-Standorte: Ausschuss für Bildungs- und Raumkonzept

Der Olsberger Stadtrat soll die Verwaltung beauftragen, ein gemeinsames und nachhaltiges Bildungs- und Raumkonzept für die drei Offenen Ganztagsschulen (OGS) im Stadtgebiet zu erarbeiten: Diese einstimmige Empfehlung haben jetzt die Mitglieder des Ausschusses Bildung, Sport, Freizeit dem Stadtrat gegeben.
Hintergrund: Die OGS werde von Eltern als Betreuungs- und Bildungsangebot geschätzt, so Elisabeth Nieder, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. Allerdings: Landesweit werde die Notwendigkeit gesehen, die OGS pädagogisch weiterzuentwickeln. Die „Rhythmisierung“ des Schulalltags sei dabei das Stichwort - eine kindgerechte Abfolge von Unterricht und selbstgestaltetem Lernen, kognitiver, kultureller und motorischer Bildung sowie der Wechsel von Belastung und Entspannung. Ebenso rechnet man im Olsberger Rathaus mit einem tendenziell steigenden Betreuungsbedarf.
Unterschiedlich präsentiert sich die Situation an den der OGS-Standorten im Stadtgebiet: Während an der Grundschule Olsberg Schulleitung und das Sozialwerk Sauerland als OGS-Betreiberin zufrieden mit dem Raumangebot sind, gibt es in Bruchhausen eine Herausforderung: Rund 45 Kinder wollen im kommenden Jahr dort die OGS besuchen – wenn keine weiteren Räume zur Verfügung gestellt werden, ist dieser Betreuungsbedarf nicht zu decken. Hier will die Stadtverwaltung gemeinsam mit den weiteren Beteiligten an Lösungen arbeiten, um ausreichend Betreuungsplätze auch im kommenden Schuljahr zu schaffen.
Dass es insbesondere zur Zukunft der Betreuungssituation an der Grundschule in Bigge noch Beratungsbedarf gibt, machten alle Fraktionen deutlich. Hintergrund: Aktuell wird über den Verkauf einer Teilfläche des Schulgrundstücks an die Elisabeth-Klinik nachgedacht, die dort neue Operationssäle errichten möchte. Obwohl der Altbau, der sich aktuell dort befindet, nicht für den eigentlichen Unterricht genutzt wird, gibt es Bedenken gegen den Verkauf. Deshalb hatte der Ausschuss es Dr. Matthias Maluck ermöglicht, während der Sitzung die Haltung der Initiative „Bigge AKtiv“ vorzustellen. Er prognostizierte für die kommenden Jahre in Bigge einen deutlich steigenden Bedarf an Betreuungskapazitäten – bis auf rund 110 „OGS-Kinder“ in fünf Jahren. Wenn man schon jetzt Flächen verkaufe, werde man künftig Probleme haben, diese Kinder unterzubringen, resümierte Maluck. Auch Ulrich Diekmann, Geschäftsführer der Sozialwerk Sauerland gGmbH, sieht deutliche Veränderungen auf die Betreuungssituation zukommen: „Man muss Schule heute anders definieren – und dafür muss man auch Gebäude fit machen.“
Man sei an der Grundschule Bigge an Grenzen angekommen, so CDU-Fraktionschef Burkhard Stehling. Gleichzeitig habe die Medaille auch eine andere Seite: „Wir dürfen die Situation der Klinik nicht vergessen.“ Für Uta Weigand (Bündnis 90/Die Grünen) wäre ein Grundstücksverkauf zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll: „Wir brauchen Zeit, weil wir Konzepte entwickeln müssen.“ Zu einer ähnlichen Einschätzung kam Ausschussvorsitzender Rudolf Przygoda (SPD): „Wenn wir zukunftsweisende Konzepte entwickeln wollen, können wir nicht vorher Fakten schaffen.“
Man befinde sich als „Wirtschafts-, Gesundheits- und Bildungsstandort“ in einem Spannungsfeld, so Bürgermeister Wolfgang Fischer: Ein großer Gesundheitsdienstleister wolle sich erweitern und seinen Standort stärken, gleichzeitig gebe es eine große Nachfrage nach Betreuungsangeboten. Man stehe deshalb vor der Aufgabe, Lösungen zu finden – auch dazu müsse ein Bildungs- und Raumkonzept für den OGS-Bereich beitragen. Wichtig sei dabei, alle OGS-Standorte in den Blick zu nehmen. Zudem stellte Bürgermeister Fischer fest, dass zu keinem Zeitpunkt der Schulstandort Bigge gefährdet sei.
Thema ist die Situation der Offenen Ganztagsschulen auch in der nächsten Sitzung des Rates, die am Donnerstag, 25. Juni 2020, um 17 Uhr in der Konzerthalle stattfindet.

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